2015 - BERICHTE zu MEHRTAGESVERANSTALTUNGEN

10. und 11. Okt. 2015 - Eintauchen in deutsche und europäische Kultur - Fahrt nach Eisenach, zur Wartburg und nach Weimar

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Pünktlich um 07.00 Uhr startete die Reisegruppe der Europa Union Kreisverband Karlsruhe mit ihrem Vorsitzenden, Heinz Golombeck und seiner Begleiterin, dem Vorstandsmitglied, Doris Bercher. Reiseleiter war Nevzat Güney, dessen Unternehmen „Via Cultus“ die Fahrt auch organisiert hatte.

Nach ca. fünf Stunden Fahrtzeit erreichte die Gruppe Eisenach und das erste Ziel, die Wartburg, das UNESCO-Weltkulturerbe. Der Sage nach wurde sie von Ludwig d. Springer 1067 gegründet und bis 1950 (Festsaal) ständig erweitert. Die Wartburg spiegelt wie keine andere deutsche Burg auch die europäische Geschichte wider. Sie war Machtmittelpunkt der Landgrafen. Die geschichtliche Spannbreite reicht von der westeuropäisch-französisch geprägten Kultur (Walter v. d. Vogelweide, Wolfram v. Eschenbach u. a.) über das Wirken der Heiligen Elisabeth, der Übersetzung des Neuen Testaments der Bibel aus dem Griechischen durch den Reformator Martin Luther bis hin zum Wartburgfest der Burschenschaften 1817. Hier kündigte sich bereits die 1848er bürgerliche Revolution gegen die absolut herrschenden Fürsten an. Luthers Verdienste liegen nicht nur im Bereich der Reformation, sondern auch in der Schaffung einer einheitlichen deutschen Sprache. Er verstand es, bei seiner Übersetzung 18 Dialekte auf einen Nenner zu bringen. Er ging so auch als Sprachbildner in die Geschichte ein. Auch Goethe besuchte 1717 die Wartburg und riet dem Herzog Carl August, in dessen Diensten er stand, die Burg mit Kunstwerken auszuschmücken.

War auch der Aufstieg zur Burg vom Parkplatz aus für die Reiseteilnehmer beschwerlich gewesen, so entschädigte sie ein typisch thüringisches Mittagessen im wunderschön restaurierten Wappensaal. Es war eine richtig festliche Atmosphäre. Gut gestärkt konnte sie bei der Besichtigung den detaillierten Ausführungen der Burgführerin folgen. Abwärts vom Burgberg ging es natürlich viel leichter. So trafen die Teilnehmer pünktlich um 16.30 Uhr die beiden Stadtführerinnen vor dem Bachhaus in Eisenach. Diese besondere Stadt liegt malerisch inmitten von vier Tälern zu Füßen der Wartburg. Schmale Gassen, enge Straßen und kleinere Plätze verleihen der Altstadt ein einmaliges Fluidum. Hat Eisenach doch eine überreiche Geschichte verbunden mit der Heiligen Elisabeth und Martin Luther. Sie zählte zu den europäischen Musikzentren mit Bach, Telemann, Pachelbel, Wagner u. a. Mit der Gründung der Fahrzeugfabrik 1898 und der Produktion des „Wartburg“ kam auch die Technik nicht zu kurz. 1955 wurde die traditionsreiche Produktion des “Wartburg“ wieder aufgenommen. 1991 schloss die DDR das Werk.

Obwohl die Reisegruppe müde war, hatte sie sehr viel Spaß bei der Stadtführung mit der einen Stadtführerin, „Tante Frieda“ genannt, einem echten Eisenacher Original. Sie brachte die Geschichte gewürzt mit vielen Anekdoten und Sprüchen sehr kurzweilig näher und hatte stets die Lacher auf ihrer Seite.

Um 18,00 Uhr erwartete  die Gäste im Bachhaus noch ein ganz besonderes Schmankerl. Begrüßt mit einem Gläschen Sekt besichtigten sie das 600 Jahre alte Bachhaus mit seiner wunderbaren Sammlung alter Musikinstrumente, auch aus dem Nachlass von Bach. An das historische Gebäude schließt sich ein ganz modernes Bachmuseum in der Form eines Flügels aus Beton an. Besonders zu erwähnen ist das begehbare, multimediale Musikstück mit 180 Grad Winkel. Der Höhepunkt aber war, das einstündige Konzert. Der Direktor spielte hauptsächlich Kantaten auf Bachinstrumenten wie Cembalo, Clavichord, Heimorgel, Spinett. Seine Frau sang zu den Kantaten. Es war wirklich ein Ohren- und auch Augenschmaus.

Nachdem die Teilnehmer gegen 19.00 Uhr  im Steigenberger Hotel „Thüringer Hof“ eingecheckt hatten, wurde im Hotel ein typisch thüringisches Menü gereicht, Mutzelbraten mit Thüringer Kloß und Rotkraut. Von diesem ereignisreichen, informativen und anstrengenden Tag mit der Fülle von Eindrücken schloss sich die Gruppe nur allzu gerne der Aufforderung des Reiseleiters Nevzat an „Geht jetzt endlich ins Bett!“.

Nach einem guten Frühstück fuhren die Reiseteilnehmer zu einem weiteren UNESCO-Weltkulturerbe. dem „Klassischen Weimar“. Spielte doch Weimar die herausragende Rolle als Geisteszentrum. Hier wirkten Lucas Cranach d. Ä., und sein Sohn Lucas Cranach d. J. Herzogin Anna Amalia förderte die Künste und schuf eine einzigartige Bibliothek in einem Rokokosaal  Im sogenannten Goldenen Zeitalter repräsentierten Wieland, Herder, Goethe, Schiller und Charlotte v. Stein das Literaturzentrum der Klassik. Als berühmte Musiker lebten hier Johann Nepomuk Hummel und Franz Liszt. Friedrich Nietzsche ließ sich 3 Jahre lang bis zu seinem Tod in Weimar von seiner Schwester pflegen .Die Stätten des Bauhauses stehen für die revolutionären Ideen der 1919 von Walter Gropius gegründeten Gestaltungshochschule. Sie zog später nach Dessau um. Heute gelten die Zeugnisse des Bauhauses als Klassiker des internationalen Designs.

1918 kamen die Abgeordneten der Nationalversammlung der neuen deutschen Republik aus dem unruhigen Berlin mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen im beschaulichen Weimar zusammen. Sie berieten die Verfassung, die im August 1919 angenommen wurde. Deshalb heißt die Epoche von 1918-1933 Weimarer Republik

Vor den Toren der Stadt erinnert die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenau, ein Mahnmal für 56 000 umgekommene Juden, an den Irrsinn des Nationalsozialismus. Aber auch in den Anfängen der sowjetisch besetzten Zone nach dem II. Weltkrieg fanden hier viele Menschen den Tod.

Die Stadtführerinnen bemühten sich redlich, den Teilnehmern die Einmaligkeit des „Klassischen Weimar“  zu  zeigen. Dies gestaltete sich relativ schwierig, denn an diesem Wochenende fand der berühmte Zwiebelmarkt statt. Er wird seit 362 Jahren gefeiert. Alles dreht sich um die Zwiebel, in Rispen oder Zöpfen gebunden, auf der Krone der Zwiebelkönigin, in der Suppe, auf dem Kuchen. Auf allen Plätzen der Stadt boten vielfältige Buden und Stände ihre Waren feil, Zwiebeln, Trockenblumen, Kunstgewerbe und Essensspezialitäten. Auf jedem Platz wurde auf einer Bühne Musik zur Unterhaltung der Besucher aus Nah und Fern gemacht. Es herrschte reges Treiben und Gedränge, das fast kein Durchkommen erlaubte.

Nach der Stadtführung konnten sich die Reiseteilnehmer bis zur Abfahrt um 16.00 Uhr frei vergnügen. Pünktlich zur zweiten Halbzeit des Fußballländerspiels Deutschland gegen Georgien war Karlsruhe erreicht worden.

Nach so vielen Informationen und Eindrücken in zwei Tagen sei den Organisatoren, den Vorstandsmitgliedern Klaus Mößner und Doris Bercher und vor allem dem Reiseleiter, Nevzat Güney, ganz herzlich gedankt. Gut angenommen wurde auch die häufige Versorgung mit Süßigkeiten und Keksen durch Doris Bercher und Christel Ruppert.

 

Gudrun Wiesmann, Vorstandsmitglied

28.06. – 04.07.2015 - Frankreich auf den Spuren von Jeanne d’Arc

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Die Europaunion Karlsruhe startete am 28.06.2015 unter der fachkundigen Leitung des 1. Vorsitzenden Heinz Golombeck MdB und Doris Bercher zu einer siebentägigen ein­drucksvollen und kulturell anspruchsvollen Genussreise auf den Spuren von Jeanne d’Arc in das Herz Frankreichs.

Die erste Station war die idyllische lothringische Kleinstadt Vaucouleurs, wo die Jungfrau von Orleans im Mai 1428 Robert de Baudricourt traf um ihn zu bitten sie nach Chinon zu Karl VII. zu führen. Erst bei ihrem dritten Ersuchen gibt Baudricourt nach, am 23. Februar 1429 kann sie endlich aufbrechen. Die Einwohner ließen ihr ein Schwert schmieden, das ihr Baudricourt zusammen mit einem Empfehlungsschreiben anvertraut, welches sie bei ihrer Ankunft dem Dauphin übergeben soll. Das Museum von Vaucouleurs ist den Bildern der Heiligen im Laufe der Geschichte gewidmet.

In der Burgkapelle sehen wir die ursprüngliche Krypta und ihr Marienbildnis Notre-Dame-des-Voûtes aus dem 14. Jahrhundert, vor dem Jeanne sich sammelte. Sie besitzt schöne Kirchenfenster, die vom Leben Jeannes erzählen. Auf dem Hauptaltar ist eine schöne Statue Jeannes aus dem Jahre 1945 ausgestellt, die von Maxime Réal del Sarte angefertigt wurde. Das Rathaus wurde 1848 erbaut und birgt im Inneren ein be­merkenswertes Gemälde, das 1886 von Scherrer angefertigt wurde; es misst 4,20 m x 3,20 m und schildert die Abreise von Jeanne d'Arc aus der Stadt. Außerdem befinden sich im Rathaus sechs Aubusson-Tapisserien von 1990, die das Heldenepos der Jeanne d'Arc erzählen. Auf dem Platz gegenüber dem Rathaus befindet sich ein Reiterstandbild Jeannes von 1939. Anschließend besichtigten wir das Geburtshaus der Jungfrau von Orléans in dem malerischen Dorf Domrémy-la-Pucelle und trafen am Abend in Orléans zur ersten Übernachtung ein.

Am 2. Tag entdeckten wir bei einem geführten Stadtspaziergang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sowie die Orte, die an Jeanne d’Arc erinnern. Wir sahen u.a. das Maison de Jeanne d’Arc. Im Haus von Jacques Boucher, dem Schatzmeister des Her­zogs von Orléans wohnte Jeanne d'Arc während ihres Aufenthalts in Orléans in den Monaten April und Mai 1429. Heute ist dort ein Museum untergebracht. In Modellen und einem Diorama wird die Geschichte der Jungfrau von Orléans rekonstruiert und die Be­freiung von der Belagerung Orléans am 8. Mai 1429 dargestellt. Wir besuchten die Kathedrale Sainte-Croix d’Orléans, die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt aus dem Jahre 1278.

Weiter ging es an die Loire zum mächtigen Königsschloss Amboise. Dieses sinnbild­liche Monument mit seinen Landschaftsgärten bietet einen der bemerkenswertesten Ausblicke auf das Loiretal, welches ins Welterbe der UNESCO eingetragen worden ist. Jeder Besichtigungsparcours wirft einen eigenen Blick auf diese Hochburg der Ge­schichte Frankreichs; auf den europaweitem politischen und künstlerischen Einfluss in der Renaissancezeit, auf die intimen Momente des Lebens der Herrscher und auf das Alltagsleben und die Kulissen des Hofes. Am Abend erreichten wir in Montreuil-Bellay unser sehr schönes und komfortables Hotel „Relais du Bellay“, ausgestattet mit Swimmingpool und allen Annehmlichkeiten für einen unvergesslichen Aufenthalt, wo wir für vier Übernachtungen Quartier beziehen.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine geführte Besichtigung des Schlosses Montreuil-Bellay. Schon die Römer wussten die strategisch günstige Lage auf dem Bergrücken zu schätzen und gründeten hier ein Oppidum. Danach ging es weiter nach Saumur – Stadt der Pferde, der Champignons und des Weins. Saumur entstand in Anlehnung an eine Burg aus dem 9. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Saumur zum geistigen Mittelpunkt der Hugenotten. Heute ist die Stadt das Zentrum eines Weinbaugebietes mit Wein- und Sektkellereien. Zudem ist Saumur führend in der Pro­duktion und Weiterverarbeitung von Champignons. Der Gartenbau spielt ebenfalls eine große Rolle: 40 Prozent der in Frankreich produzierten Rosenstöcke kommen aus der Region. Bei einem geführten Rundgang durch die Stadt sahen u.a. das Schloss Saumur mit gotischem Kern und Renaissance-Umbauten, die romanische Kirche Notre-Dame-de-Nantilly, die gotische Kirche Saint-Pierre, das Rathaus, sowie die alten Häuser im historischen Stadtkern.

Den Abend verbrachten wir im Château de Berrye. Hier erwartete uns ein Rundgang mit anschließender ausführliche Probe köstlicher Weine. Unser besonderer Dank galt Frau Stephanie Hoffmann für das liebevoll zubereitete Abendessen und die Führung in ihrem historischen Anwesen neben dem Chateau.

Am 4. Tag begegneten wir in Chinon wieder den Spuren von Jeanne d’Arc. Im Schloss von Chinon traf Johanna von Orleans 1429 Karl VII. Aber so alt die königliche Festung von Chinon auch sein mag, sie hat einen fast jungfräuliches Aussehen: Sie hat nämlich gerade ein sechs Jahre dauerndes ehrgeiziges Restaurierungsprogramm hinter sich. Hochmoderne museographische Technologien wurden hier eingesetzt. Mittels Bildschir­men mit „erweiterter Realität“ kann man durch die Magie einer 3D-Rekonstitution er­kennen, wie einige heute zerstörte Bereiche der Festung aussahen. Sogar die Mauer­stücke, die nicht wieder hergestellt wurden haben so viel zu erzählen! Nach einem ge­führten Rundgang durch das Schloss und einer individuellen Mittagspause besuchten wir das Kloster Abbaye Royale de Fontevraud. Um das Jahr 1100 gegründet, gilt die „Klosterstadt“ als größtes klösterliches Gebäude Europas. Das außergewöhnliche architektonische Gesamtwerk wurde auf einem Gelände von 14 ha erbaut. Die ehe­maligen Klostergebäude sind weitgehend erhalten, auch wenn sie durch die Jahrhunderte in veränderten Stilrichtungen neu erbaut wurden. Hervorzuheben sind das romanische Küchengebäude sowie der Kreuzgang im Stil der Renaissance aus dem Jahr 1522 mit dem Kapitelsaal und dem Refektorium.  Nach dem Abendessen in einem typischen Restaurant – via Candes-Saint-Martin, das mit der Wallfahrtskirche Saint-Martin zu den schönsten Dörfern Frankreichs („Plus beaux villages de France“) gehört, geht es zurück ins Hotel.

Am 5. Tag hielten wir auf dem Weg nach Angers für einen Fotostopp am Schloss Brissac. Das Schloss verfügt über sieben Stockwerke und 204 Räume und trägt den Spitznamen „Riese der Loire“. Heutzutage ist es noch immer im Besitz der Herzogen­familie von Brissac und wird noch bewohnt. Ein ca. 70 ha großer Park mit natürlichen Wasserwegen grenzt unmittelbar an das Schloss.

In Angers erwartete uns die UNESCO-geschützte Altstadt mit bedeutenden mittel­alter­lichen Kirchen, wie die Kathedrale, die Abtei Saint-Aubin und die Kirche Saint-Serge mit ihrem charakteristischen Netzrippengewölbe (13. Jhd.). Wir besuchten das Château du Roi René, das mit seinen 17 Türmen eher an eine Festung erinnert. Highlight des Schlossbesuchs ist der ein ganz besonderes Kunstwerk, der Wandteppich der "Apokalypse von Angers" (103 m lang, 4,5 m hoch). Es ist ein Wandteppichzyklus, der den Weltuntergang nach der Offenbarung des Johannes darstellt. Der Wandteppich ist der älteste erhaltene Bildteppich dieser Größe, wurde im 14. Jahrhundert gewebt, und ist ein einzigartiges Beispiel für die Wandteppichkunst des Mittelalters. Nach einer indivi­duellen Mittagspause nahmen wir uns in Angers noch etwas Zeit für eigene Unter­nehmungen und verbrachten den Abend in der ganz besonderen Atmosphäre des Höhlenrestaurants „Troglodytique“.

Am 6. Tag verlassen wir nach dem Frühstück Montreuil-Bellay und machen uns auf den Weg nach Reims. Die Region Champagne befindet sich im nordöstlichen Teil von Frankreich und gehört zur Region Champagne-Ardenne. Die Grafschaft Champagne wurde damals aus den Grafschaften Meauy und Troyes gegründet. In der jüngeren Geschichte spielte die Champagne eine herausragende Rolle im ersten Weltkrieg und bietet Kriegsschauplätze, Friedhöfe und viele imposante Denkmäler, die an den verlust­reichen Krieg erinnern. Die Region war Teil der Frontlinie von Reims bis nach Verdun. Berühmt ist die Region durch ihren Weinanbau, der schon seit der Römerzeit betrieben wird. Nur original in der Champagne hergestellter Wein erhält das Zertifikat und darf sich "Champagner" nennen, alles andere ist "Cremant", also Schaumwein. In Epernay be­suchten wir eine der weltberühmten Champagerkellereien mit anschließender Champagnerprobe und nahmen unser Abendessen in einem der typisch gemütlichen Restaurants im Ort ein.

Am 7. und letzten Tag heißt es leider Abschied nehmen, aber den Tag nehmen wir noch voll mit. Wir besuchten mit der monumentalen Kathedrale Notre-Dame de Reims ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kathedrale gilt als eine der architektonisch be­deutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Vom 12. bis zum 19. Jahrhundert wurden hier die französischen Könige gekrönt. Auf dem Rückweg nach Karlsruhe hielten wir im geschichtsträchtigen Verdun. Die symbolträchtige Stadt des 1. Weltkriegs erinnert an eines der dunkelsten Kapitel der Neuzeit. In der Umgebung von Verdun wurden neun Dörfer vollständig zerstört. Wir fuhren mit dem Bus über das Schlachtfeld und besichtigten in einer schaurig anmutenden Führung das Beinhaus von Douaumont mit den Überresten von 130.000 anonymen französischen und deutschen Soldaten, die auf dem Schlachtfeld von Verdun aufgelesen wurden.

In der Festung Douaumont besichtigten wir in zwei Stockwerken Galerien und Kase­matten, Wachttürmen und Geschütztürmen für Maschinengewehre und Kanonen vom Kaliber 75 bis 155, die Kommandostellung, Stuben, die zerstörte Kapelle, den Ruinen­friedhof und Munitionsbunker. Anschließend besuchten wir das zerstörte und nicht wieder aufgebaute Dorf Fleury.

Gegen Abend trafen wir nach der erlebnisreichen Fahrt wohlbehalten in Karlsruhe ein. Wir, das waren 22 erlebnis- und wissenshungrige Mitglieder der Europaunion Karlsruhe, die sich auf der Fahrt zu einer harmonischen Gruppe zusammengefunden haben. Der älteste Teilnehmer war 97, die jüngste Teilnehmerin gerade 48 Jahre alt. Wir reflektierten ein wichtiges Stück europäischer Vergangenheit ausgehend von der Geschichte Jeanne d'Arcs und der Übergangszeit zwischen Mittelalter und Neuzeit, einer Zeit des Wandels, die in dieser Hinsicht der unseren ähnlich ist. Wir erfahren immer mehr von Europa. Ein Europa in dem wir bisher gelebt haben, und dasjenige Europa, das wir noch bauen müssen.

Norbert Kuntz, Mitglied der Europa-Union

15.04.-19.04.2015 - Jahresfahrt nach Brüssel

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Am 15. 04.2015  ging es um 07:00 Uhr mit dem Bus von  Karlsruhe nach Brüssel, während der Fahrt hat uns Fam. Lorek mit vielen Informationen auf Brüssel vorbereitet.

Wir kamen 15:30 Uhr in unserem Hotel Ibis in Brüssel an, das in der Centre St. Catherine lag.

Nach einer Erholungspause machten wir einen Abendspaziergang durch das Historische

Brüssel, unter der Leitung von Frau Lorek. Sie erzählte und zeigte uns interessante und schöne Orte u.a. Grand Place, Börse, Rue de Bouchers (Fressgasse), das Manneken Pis usw.

Für den 2. Tag stand am Morgen die  Europäische Kommission in Brüssel auf dem Programm.

Herr Prof. von Anselm erklärte uns die Aufgaben und Strukturen der Europäischen Kommission.

Am Nachmittag wurde eine Stadtrundfahrt mit Stadtführung durchgeführt.

Am Abend waren wir zu Gast in der Baden-Württemberger Landesvertretung. Dort wurden wir vom Leiter, Herrn Johannes Jung, empfangen (ehemaliges EU Vorstandsmitglied Karlsruhe). Herr Jung berichtete uns, was in der Landesvertretung so alles gemacht wird. Währenddessen

öffnete sich die Tür und Herr OB Frank Mentrup aus

Karlsruhe wollte uns begrüßen, nachdem er erfahren hatte, dass auch Karlsruher im Hause waren. An diesem Abend hatte eine Delegation von Vertretern der TRK  Technologie Region Karlsruhe eine Veranstaltung in der Baden-Württembergischen Landesvertretung.

Am 3. Tag statteten wir dem Nato Hauptquartier einen Besuch ab.

Nach einer strengen Sicherheitskontrolle bekamen wir einen Interessanten Vortrag über die Politische Lage und aktuelle Probleme der Nato.

Herr Brigadegeneral Michael Oberneyer stellv. Deutscher Militärischer Vertreter bei der Nato und der EU gab uns weitere Informationen über die Militärischen Strukturen und Einsatzaufgaben der Nato.

Am Nachmittag hatten wir Freizeit um selbst die Stadt zu erkunden und zum Einkaufen z.B. die feinen Belgischen Pralinen oder ein Museum zu besuchen. Am Abend ging es noch zu den Königlichen Gewächshausern von Schloss Laeken.

Am 4. Tag machten wir einen Ausflug nach Brügge – Ostende.

In Brügge hatten wir zwei Reiseleiter die uns die Sehenswürdigkeiten in der schönen Altstadt zeigten und erklärten.

In Ostende besuchten wir die europaweit propagierte Ausstellung „DE ZEE – DIE SEE“ die dem kürzlich verstorbenen „Kunstpapst“ Jan Hoet gewidmet ist.

Nachdem so viel Kunst auf uns einwirkte, machten wir noch einen Strandspaziergang, da am Ende der Strandpromenade der Bus auf uns wartete um uns wieder nach Brüssel zurück zu bringen..

Am  Abreisetag besuchten wir am Vormittag noch das Museum Renè Magritte.

Die Kunstwerke von Magritte wurden uns von zwei Museumsführern erläutert.

Um 14:30 Uhr mussten wir leider nach der schönen und eindrucksvollen Zeit in Brüssel wieder die Heimreise antreten und trafen  dann gegen 22:00 Uhr in Karlsruhe ein.

 

Doris Bercher

Vorstandsmitglied