Berichte und Bilder unserer Veranstaltungen in 2026
16. Juni - Hambacher Schloss und Landau
Fahrt zum Hambacher Schloss -die Wiege der Demokratie–
und historische Stadtführung Landau
Die Fahrt über den Rhein nach Rheinland-Pfalz führte uns diesmal zum Europäischen Kulturerbe Hambacher Schloss und am Nachmittag nach Landau. Programmpunkte waren morgens eine inszenierte Schloss-Führung und nachmittags eine historische Stadtführung in Landau.
Schlossführung
Nach einer kurzweiligen Fahrt wurden wir per Bus direkt auf dem Gelände des Schlosses abgesetzt. Während einer inszenierten Führung erfuhren wir viel über die wechselvolle Geschichte der wehrhaften
Burg, die als Teil der Pfalz von 1797 bis 1815 zu Frankreich gehörte und sich an den Werten der französischen Revolution orientierte. Die Pariser Julirevolution befeuerte dann auch in der Pfalz 1830
den Freiheitsdurst und erweckte Hoffnungen in politische Reformen, Demokratie und nationale Einheit. So gab es 1832 eine gezielte Umwandlung der dortigen Mai Feier in ein politisches Volksfest, bei
dem politische Grundrechte, ein geeintes Deutschland und ein solidarisch verbundenes Europa gefordert wurden. Es trafen sich neben bis zu 30 000 Bürgern auch führende Liberale. Das Hambacher Fest
gilt daher bis heute als Geburtsstunde der Deutschen Demokratie. Anschließend besichtigten wir noch die Ausstellung im Schloss und hatten Gelegenheit zum Kauf von Artikeln, Broschüren und Büchern im
hauseigenen Museumsshop.
Landau
Anschließend fuhren wir mit dem Bus direkt nach Landau und stärkten uns bei einem Mittagessen nach Wahl.
Landau ist über seine Stadtgrenzen bekannt als Garnisonsstadt und hat zahlreiche historische Gebäude. Es liegt nahe, dass man die Historie der Stadt nur durch eine Stadtführung kennen lernen kann. Wir besichtigten u.a. das Deutsche Tor als Rest der städtischen Wehranlage sowie das Jüdische Haus (Frank-Loebsches Haus). Es ist eines der ältesten und imposantesten Bürgerhäuser der Stadt und eng mit der Geschichte der Juden sowie der Familie von Anne Frank verbunden. Es dient heute als Kultur- und Begegnungsstätte. Als weiteres Kulturgut besuchten wir die kleine 1344 gegründete mittelalterliche Katharinenkapelle, gegründet durch die seinerzeit vor Ort wohnenden Beginen.
Um 17 Uhr traten wir unsere Rückreise nach Karlsruhe an.
Ralf Denda
09. Mai - Europatag auf dem Marktplatz in Karlsruhe
Liebe Mitglieder und Freunde,
Am Samstag wurde der Europatag am 9. Mai auf dem Marktplatz in Karlsruhe groß gefeiert. Es war großer Publikumsandrang – auch dank des tollen Wetters. Obwohl wir nur einen kleinen Stand hatten, wurde wir von Vielen besucht und wir konnten gute Gespräche führen. Das war auch das Verdienst der vielen Helferinnen und Helfer am Stand, die so zahlreich wie nie uns unterstützt haben, dafür bedanken wir uns bei diesen besonders.
Herzlichen Gruß, Michael Kromer
07. Mai - 18.30 Uhr, IBZ Karlsruhe, René Repasi
Im ibz Karlsruhe begann die Europawoche mit einer Veranstaltung unter dem Titel „Demokratie unter Druck – Europas Antworten“. Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Herkunftsländern schilderten ihre Sicht auf die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen Europas. Der Europaabgeordnete René Repasi gab Einblicke in seine Arbeit im Europäischen Parlament und betonte die Bedeutung eines handlungsfähigen Europas. Die persönlichen Beiträge der Gäste reichten von Fragen der Freizügigkeit über Menschenrechte bis hin zu Sicherheit und europäischer Identität. Die Vielfalt der Stimmen zeigte, wie unterschiedlich Europa erlebt wird und wie wichtig der offene Austausch bleibt. Gastgeber waren Europe Direct Karlsruhe, die Europa‑Union Karlsruhe Stadt und Land sowie das ibz. Ein gemeinsames Buffet bot zum Abschluss Raum für Gespräche und Begegnungen.
06. Mai - Tagesfahrt nach Darmstadt, Besuch EUMETSAT
EUMETSAT Darmstadt - wo kommen unsere Wettervorhersagen her?
Der Tagesausflug sollte uns u.a. in die EUMETSAT-Zentrale nach Darmstadt führen und einen Einblick in die täglichen Wettervorhersagen geben. Diese Organisation ist Europas zentraler Akteur im europäischen Verbund, betreibt meteorologische Satelliten und stellt den Wetterdiensten der 30 Mitgliedsstaaten die gewonnen Daten an 24 Stunden am Tag und allen Wochentagen zur Verfügung. Die Wetter- und Klimaüberwachung liefert dabei Echtzeitdaten für präzise Wetterprognosen und Untersuchungen des Klimawandels, die für den Schutz von Leben, Infrastruktur und die Industrie von erheblicher Bedeutung sind. Über 600 angestellte Mitarbeiter machen deutlich, wie wichtig diese Organisation gegenüber ihrer Gründung 1986 zwischenzeitlich geworden ist. Die sehr intensive und lehrreiche Führung gab uns einen Einblick in den Bau und die Nutzung dieser Satelliten.
Nach einer wohlverdienten Mittagspause in der Darmstädter Innenstadt wurden wir von einem sehr sympathischen und kompetenten Stadtführer im Rahmen einer Stadtrundfahrt zu einer Besichtigung des UNESCO Welterbes auf die Mathildenhöhe Darmstadt geführt. Hier erfuhren wir vieles über deren geschichtliche Entwicklung der ansässigen Künstlerkolonie, deren Mitglieder zwischen 1899 und 1914 gemeinsam dort tätig waren und lebten.
Die Mathildenhöhe war im 19. Jahrhundert eine Gartenanlage des großherzoglichen Hofes und wurde 1833 im Stil eines englischen Landschaftsparks umgestaltet. 1899 berief der Mäzen und Großherzog Ernst Ludwig sieben Jugendstilkünstler an die neu gegründete Künstlerkolonie, um durch deren Arbeit und Kunst eine wirtschaftliche Belebung für sein Großherzogtum Hessen zu erreichen. Die beiden Teilbereiche (Hauptbereich- und Dreihäusergruppe) umfassten u.a. eine russische Kapelle, die kurz vor der Gründung der Künstlerkolonie erbaut und für die Erde aus Russland importiert wurde, so dass die Kapelle auf russischem Grund steht. Links neben der Kapelle wurde 1908 ein Turm mit berühmten 5 Fingern im Jugendstil erbaut, der heute u.a. als Hochzeitsturm und Aussichtsplattform mit Blick auf Darmstadt genutzt wird.
Nach der sehr fachkundigen Führung traten wir um 17.30 Uhr unsere Rückreise nach Karlsruhe an.
Ralf Denda
23. - 26.03. - Fahrt nach Brüssel und Schengen
Fahrt der Europa-Union Kreisverband Karlsruhe Stadt und Land e.V. nach Brüssel
Am Montag, den 23.03.2026, starteten wir mit 43 Teilnehmenden zu unserer viertägigen Fahrt nach Brüssel. Vom Karlsruher Busbahnhof aus brachte uns das Busunternehmen Müller Reisen in Richtung belgische Hauptstadt. Nach etwa zweieinhalbstündiger Fahrt legten wir eine gemütliche Frühstückspause mit Kaffee und Brezeln ein – eine Einladung der Europa-Union Karlsruhe, die dankbar angenommen wurde. Gegen 15.00 Uhr erreichten wir unser Ibis Hotel Gare du Midi in Brüssel und checkten ein. Gegen 16.30 Uhr brachen wir von dort zu einem geführten Stadtrundgang durch Brüssel auf, der uns bis etwa 19.00 Uhr viele interessante Eindrücke vermittelte. Wieder im Hotel angekommen, ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Am Dienstag, den 24.03.2026, fuhren wir nach dem Frühstück um 9.00 Uhr mit dem Bus zum Haus der Europäischen Geschichte. Dort wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt und nahmen jeweils an einer informativen Führung teil, die die Entstehung und Entwicklung Europas eindrucksvoll veranschaulichte. Am Nachmittag stand der Besuch der Europäischen Kommission auf dem Programm. Zunächst erhielten wir einen Vortrag über die Arbeit der Generaldirektion Binnenmarkt und Wirtschaft. Nach einer kurzen Kaffeepause wurde uns die Arbeit im Bereich Industrie und Zoll vorgestellt, gefolgt von einer Diskussionsrunde. Der restliche Nachmittag und der Abend standen zur freien Verfügung und boten Gelegenheit, Brüssel individuell zu erkunden.
Am Mittwoch, den 25.03.2026, besuchten wir das Europäische Parlament. Dort wurden wir von Frau Prof. Dr. Wechsler, Europaabgeordnete und Bundesvorsitzende der Europa-Union Deutschland, herzlich empfangen. Sie gab uns einen prägnanten Einblick in ihre Arbeit als Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Anschließend konnten wir den Plenarsaal besichtigen und die besondere Atmosphäre dieses europäischen Herzstücks auf uns wirken lassen. Nach einer Mittagspause ging es weiter zur Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU. Nach einem kleinen Imbiss mit Brezeln und Getränken führte uns Herr Miller durch die Landesvertretung – inklusive Besuch der Schwarzwaldstube, die ein Stück Heimatgefühl nach Brüssel bringt. Es folgte ein Vortrag über seine Aufgaben in der Landesvertretung mit anschließender Diskussion. Zum Abschluss des Tages unternahmen wir eine geführte Stadtrundfahrt mit dem Bus durch das Europaviertel und zum Atomium. Am Abend genossen wir ein gemeinsames Essen im Restaurant „La Porteuse d’Eau“, wo wir den Tag in geselliger Runde ausklingen ließen.
Am Donnerstag, den 26.03.2026, traten wir nach der Kofferverladung die Rückreise an – zunächst jedoch mit einem bedeutenden Zwischenstopp in Schengen. Dort besuchten wir die Schengen-Säulen der Nationen, die für die europäische Einigung und den Abbau von Grenzkontrollen stehen. Bei einer anschließenden Führung besichtigten wir das Schiff „Princesse Marie-Astrid“, auf dem 1985 die Staatssekretäre der Länder Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Deutschland das Schengener Abkommen unterzeichneten. Ein kurzer Besuch im Schengen-Museum vertiefte unser Verständnis für die Errungenschaften der Freizügigkeit in Europa. Danach machten wir uns mit vielen Eindrücken und neuen Erkenntnissen im Gepäck auf die Heimreise nach Karlsruhe.
Insgesamt erlebten wir vier abwechslungsreiche und informative Tage, die uns die europäischen Institutionen, ihre Geschichte und ihre Bedeutung für unseren Alltag nähergebracht haben – und nicht zuletzt auch viele Gelegenheiten zum persönlichen Austausch innerhalb unserer Reisegruppe boten.
Norbert Wendelgaß
10. März 2026 - Landrat Dr. Schnaudigel im Gespräch
von links: Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Moderator Dr. Wolfgang Janisch, stellvertretendern Vorsitzenden der Europa-Union Karlsruhe Stadt und Land Sebastian Wolf
Kommunen in Europa -Herausforderungen in Zeiten der Krise
Veranstaltung in der Hemingway Lounge 2 Tage nach der Landtagswahl in BW
Der 10.03.2026 wird vielen Mitgliedern und Freunden der Europa Union Karlsruhe als eine Aufarbeitung des hochinteressanten Wahlergebnisses der Landtagswahl in Baden-Württemberg und deren Auswirkungen
auf der Ebene der Kommunen und Regionen in Erinnerung bleiben. Vorausschauend hatte sich unser Planungsteam für diesen Termin entschieden und den Landrat des Landkreises Karlsruhe, Dr. Christof
Schnaudigel, eingeladen. Moderiert wurde diese Veranstaltung von Dr. Wolfgang Janisch, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Musikalisch umrahmt wurde sie vom Verein Klangkunst e.V., dessen
Vorstandsmitglied Dr. Janisch ist. Die Musikbeiträge hatte sich Dr. Schnaudigel gewünscht und dabei klassische und moderne Musik ausgesucht, die bei den Besuchern der Veranstaltung mit Applaus für
die gelungene Auswahl beklatscht wurden. Anwesend war u.a. Alt-Oberbürgermeister Heinz Fenrich von der Stadt Karlsruhe mit Gattin.
Als langjähriger Landrat des Landkreises Karlsruhe (seit 2007) und versierter Verwaltungsfachmann nahm Dr. Schnaudigel zur Frage „wie er den Wahlabend am Sonntagabend erlebt habe,“ Stellung. Er sah dabei fehlende Stellschrauben auf Seiten der Kommunen und Regionen, die es ermöglichen würden, die finanziellen Beteiligungen durch Bund und Länder zu erhöhen, um die chronischen Defizite der unteren Verwaltungsbehörden und deren Haushaltslage zu verbessern. Insofern habe die Landtagswahl nur politische Auswirkungen gehabt, wobei sich kein großer Unterschied bei den Parteien ergeben habe.
Dr. Schnaudigel nahm als Regionalverbandvorsitzender des europäischen Dachverbands der Gemeinden und Regionen ebenfalls zu den Themen Europa, Klimawandel, Bürokratieabbau, Ausländerrecht, Digitalisierung und den Widerständen der Bevölkerung, aber auch den Kommunen bei Windrädern, Stellung. Er fand hier interessierte Zuhörer, die ihre Meinung mit Wortbeiträgen unterstützten und dem Bürokratieabbau eine hohe Priorität gaben.
Ralf Denda