Berichte und Bilder unserer Veranstaltungen in 2026
07. Okt. 2026 - Straßburg - Europaparlament + Fahrt auf der Ill
Ein Besuch auf Europas Bühne(n) - Vorhang auf!
Knapp 40 Freunde des „bunten demokratischen Europas“, nämlich die Europa-Union Karlsruhe Stadt u. Land e.V., machten sich früh am Mittwoch, den 7.10.2026, auf den Weg nach Straßburg. Eine gute Gelegenheit, sich nochmals vor Augen zu führen, welche außergewöhnliche Entwicklung die europäische Gemeinschaft seit dem Anstoß von Robert Schuman nach dem Krieg genommen hat.
Der buchstäbliche Vorhang, in Form der wabernden Nebel zwischen Autobahn und Westrand des Schwarzwalds, ging auf, als wir mit unserem Bus von der A5 Richtung Rhein fuhren. In Straßburg angekommen, durften wir die parlamentarische „Herzkammer Europas“ besuchen und für kurze Zeit den Reden im Europaparlament beiwohnen. Der Plenarsaal war zwar spärlich besetzt, trotzdem wurde die Vielfalt der Fraktionen aus den 27 EU-Mitgliedsländern deutlich. Beeindruckend war die Disziplin der Redner: Nach gerade einmal 1,5 Minuten mahnte die rote Anzeige bereits zum Abschluss der Rede.
Die Besonderheiten des Europäischen Parlaments hatte uns zuvor ein überaus sympathischer EU-Vertreter aus Tschechien nähergebracht. Anschaulich schilderte er die Entwicklung der EU – von Schuman über Maastricht und die Osterweiterung bis zur heutigen Zeit. Offen beantwortete er unsere Fragen und ergänzte seinen Vortrag mit Anekdoten aus seinem reichen Erfahrungsschatz.
Gerade in diesen Tagen tat es gut, auch an 1989 und 1990 zu erinnern. Die friedliche Integration der DDR in die westliche Gemeinschaft war auch aus europäischer Perspektive eine Zeitenwende. Unser tschechischer Gastgeber erinnerte zudem sichtlich stolz an den Friedensnobelpreis, den die Europäische Union 2012 erhielt.
Danach kam Straßburg selbst auf „die Bühne“. Über die Ill betraten wir die eindrucksvolle elsässische Metropole und genossen das schöne Spätsommerwetter und die kulinarischen Spezialitäten. Nach der Mittagspause führte uns eine Bootsfahrt an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei. Dabei erfuhren wir viel über die wechselvolle Geschichte Straßburgs und seine heutige Bedeutung als Sitz wichtiger europäischer Institutionen. Palais Rohan und Palais de l’Europe stehen dabei geradezu als Protagonisten verschiedener Epochen auf der Straßburger Bühne.
Bevor der Vorhang fiel, zeigte uns Michael Kromer noch Orte, an denen der junge Goethe und die ebenfalls junge Marie-Antoinette eine Rolle spielten.
Es war ein würdiger Abschluss unseres schönen Ausflugs in diese für Europa so wichtige Stadt.
Vielen Dank an Michael Kromer sowie an Christl Ruppert und Fahrer Waldemar für Organisation, Begleitung und sicheren Transport. Ohne ihre bewährte Leitung hätten wir uns in der „bunten Europa-Welt“ vielleicht verloren. Oder nicht? - Vorhang zu!
Aber wir kommen wieder, liebes Straßburg. Au revoir! Sieghart Seith
19. Sept. 2026 - "Weinbrenner"-Stadtführung
Auf den Spuren Friedrich Weinbrenners durch Karlsruhe
Die Europa-Union Karlsruhe Stadt und Land e.V. bot am Samstag, dem 19. September eine Führung zum Thema Friedrich Weinbrenner an, dessen 200. Todestag in diesem Jahr begangen wird.
Rund 30 Gäste folgten bei sehr schönem Wetter den Ausführungen unseres Mitglieds Rüdiger Homberg. In historischer Gewandung als Weinbrenner führte er die Teilnehmer durch die Karlsruher Innenstadt. Dabei erzählte er zahlreiche Anekdoten aus der Zeit Weinbrenners und schilderte anschaulich die historischen Hintergründe. So lernte die Gruppe, dass der in Karlsruhe geborene Weinbrenner sogar die französische Staatsbürgerschaft annahm, um seine französische Braut in Straßburg heiraten zu können. Ein echter Europäer!
Seine Erläuterungen verknüpfte Homberg mit verschiedenen Bauwerken aus der Planung Weinbrenners und Stationen in der Innenstadt, darunter die Evangelische Stadtkirche und die katholische Stadtkirche St. Stephan. Auf diese Weise wurden Weinbrenners Wirken und seine Bedeutung für das Karlsruher Stadtbild unmittelbar erlebbar.
Die Teilnehmenden verfolgten die Führung aufmerksam und beteiligten sich mit Fragen und eigenen Anmerkungen. So entwickelte sich ein angeregter Austausch während des 2-stündigen Spaziergangs innerhalb der Gruppe.
Da die Nachfrage nach der Veranstaltung sehr groß war und nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten, plant die Europa-Union die Führung im kommenden Frühjahr zu wiederholen. Näheres dazu im Veranstaltungskalender für das erste Halbjahr 2027, das spätestens im Dezember veröffentlicht werden wird. (SW)
17. Sept. 2026 - Rudolf-Fettweis-Werk Forbach
Wasserkraft zwischen Tradition und Zukunft
Am 17. September 2026 besuchte die Europa-Union Karlsruhe Stadt und Landkreis das Rudolf-Fettweis-Werk in Forbach. Bei einer Führung erhielten wir spannende Einblicke in die Geschichte der Wasserkraft im Murgtal und die umfangreiche Modernisierung des traditionsreichen Standorts.
Bereits 1914 wurde mit dem Bau der Anlagen begonnen. Eine Besonderheit des Rudolf-Fettweis-Werks ist die Verbindung von Lauf-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerk. Derzeit wird die Anlage umfassend erweitert: Unter anderem entstehen ein neuer unterirdischer Kavernenspeicher und ein Kavernenkraftwerk. Die teilweise rund 100 Jahre alten Turbinen werden durch moderne, effizientere Maschinen ersetzt.
Nach einem anschaulichen Einführungsvortrag erfuhren wir auch mehr über ökologische Aspekte des Projekts. Besonders interessant war der sogenannte Hydro-Fischlift. Diese moderne Fischwanderhilfe funktioniert ähnlich wie ein Aufzug und ermöglicht den Fischen die Wanderung zwischen unterschiedlichen Wasserniveaus.
Anschließend besichtigten wir das Murgwerk, das alte Krafthaus mit seinen stillgelegten Turbinen und die mächtigen, heute nicht mehr genutzten Rohrleitungen. Zum Abschluss ging es hinauf zur Schwarzenbachtalsperre. Dort konnten wir sogar einen Blick in das Innere der Staumauer mit ihren Wartungsstollen und der darin verborgenen Technik werfen.
Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie in Forbach mehr als 100 Jahre Industriegeschichte mit moderner Technik und erneuerbarer Energie verbunden werden.
11. Sept. 2026 - Was machen unsere Lindenbäume?
- diese Frage stellten wir uns nach diesem besonders trockenen Sommer. Gepflanzt haben wir Sie im Jahr 2018 anlässlich 70 Jahre Europa-Union Karlsruhe Stadt und Land e.V. Wir konnten uns davon
überzeugen, dass sie sich seit unserem letzten Treffen 2023 weiterhin gut entwickelt hatten. Und auch die 2023 vom Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe erneuerte Stelenbeschriftung ist sehr gut
erhalten.
Diese erfreulichen Tatsachen haben wir zum Anlass für einen Umtrunk genommen, dieses Jahr bei herrlichem Spätsommerwetter.
25./26. Juli 2026 - Europa zu Gast in Waldbronn
Europa – Verantwortung, Freiheit, Zukunft.
Landesversammlung der Europa-Union Baden-Württemberg zu Gast in Waldbronn
Am 25. und 26. Juli 2026 fand in Waldbronn die Landesversammlung der Europa-Union Baden-Württemberg sowie parallel der Landesausschuss der Jungen Europäer – JEF Baden-Württemberg statt. Als
gastgebender Kreisverband freute sich die Europa-Union Karlsruhe Stadt und Land e. V., Delegierte aus allen Teilen Baden-Württembergs in der Gemeinde Waldbronn begrüßen zu dürfen.
Unter dem Motto „Europa – Verantwortung, Freiheit, Zukunft.“ standen aktuelle europapolitische Fragen ebenso im Mittelpunkt wie die zukünftige Arbeit des Landesverbandes. Nach der Begrüßung durch die Landesvorsitzende Evelyne Gebhardt und die Präsidentin der Europa-Union Baden-Württemberg, Prof. Dr. Andrea Wechsler MdEP, beschäftigten sich die Delegierten in der Plenartagung und in gemeinsamen Workshops mit den Herausforderungen und Perspektiven Europas.
Ein besonderer Höhepunkt war der öffentliche Festakt am Samstagabend im Kurhaus Waldbronn. Nach der musikalischen Eröffnung durch die Marchingband hielt Sascha Binder MdL, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, die Festrede. Grußworte des Waldbronner Bürgermeisters Christian Stalf sowie Vertreterinnen und Vertreter der Europa-Union und der Jungen Europäer rundeten das Programm ab.
Beim anschließenden Empfang bot sich den zahlreichen Gästen aus Politik, Kommunen, Verbänden und Gesellschaft die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und einem intensiven Austausch über europäische Themen. Die angenehme Atmosphäre und das große Interesse machten den Abend zu einem gelungenen Treffpunkt für Europa in unserer Region.
Am Sonntag wurden die Beratungen mit den Berichten aus den Kreisverbänden, Delegiertenwahlen und Ehrungen fortgesetzt. Den Abschluss bildete ein Vortrag des Waldbronner Gemeindearchivars Frank Heinrich, der die historische Entwicklung Waldbronns von den römischen Ursprüngen bis in die Gegenwart anschaulich darstellte.
Unser besonderer Dank gilt der Europa-Union Baden-Württemberg, insbesondere der Landesgeschäftsführerin Bettina Kümmerle, sowie Désirée Fuchs für die hervorragende Vorbereitung und Organisation. Ebenso danken wir der Gemeinde Waldbronn mit Bürgermeister Christian Stalf, Jessica Münz, Daniel Wein und allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die außerordentlich engagierte Unterstützung. Ohne dieses gemeinsame Engagement wäre die Durchführung einer Landesversammlung dieser Größenordnung nicht möglich gewesen.
Die Europa-Union Deutschland ist die größte überparteiliche Bürgerinitiative für Europa. Gemeinsam setzen wir uns für Demokratie, Frieden und die europäische Einigung ein – vor Ort, in Baden-Württemberg und in ganz Europa.
73. Europäischer Schülerwettbewerb
Beim 73. Europäischen Wettbewerb präsentierten Schülerinnen und Schüler aus elf Ettlinger Schulen sowie der Europäischen Schule Karlsruhe ihre kreativen Beiträge zum Thema „Recht und Gerechtigkeit in Europa“. Die Preisverleihung der Ettlinger Schulen fand am 19. Juni 2026 im Foyer der Aula des Eichendorff‑Gymnasiums statt und wurde vom Amt für Bildung, Jugend, Familie und Senioren moderiert, musikalisch begleitet von Amina Ariunbat.
In der Aula nahmen die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Urkunden und Sachpreise entgegen und erhielten Anerkennung für ihre engagierten Arbeiten. Die Europa‑Union Karlsruhe Stadt und Land war vor Ort und unterstützte die Würdigung der jungen Talente - ein starkes Zeichen dafür, wie lebendig Europa bereits im Schulalltag erlebt wird.
Auch die Europäische Schule Karlsruhe nahm an dem Wettbewerb teil, unter anderm wurde eine dritte Grundschulklasse ausgezeichnet. Auch hier war die Europa-Union Karlsruhe Stadt und Land mit Michael Kromer vertreten.
Die Bilder geben einen Eindruck von der Preisverleihung und den ausgezeichneten Projekten.
16. Juni 2026 - Hambacher Schloss und Landau
Fahrt zum Hambacher Schloss -die Wiege der Demokratie–
und historische Stadtführung Landau
Die Fahrt über den Rhein nach Rheinland-Pfalz führte uns diesmal zum Europäischen Kulturerbe Hambacher Schloss und am Nachmittag nach Landau. Programmpunkte waren morgens eine inszenierte Schloss-Führung und nachmittags eine historische Stadtführung in Landau.
Schlossführung
Nach einer kurzweiligen Fahrt wurden wir per Bus direkt auf dem Gelände des Schlosses abgesetzt. Während einer inszenierten Führung erfuhren wir viel über die wechselvolle Geschichte der wehrhaften
Burg, die als Teil der Pfalz von 1797 bis 1815 zu Frankreich gehörte und sich an den Werten der französischen Revolution orientierte. Die Pariser Julirevolution befeuerte dann auch in der Pfalz 1830
den Freiheitsdurst und erweckte Hoffnungen in politische Reformen, Demokratie und nationale Einheit. So gab es 1832 eine gezielte Umwandlung der dortigen Mai Feier in ein politisches Volksfest, bei
dem politische Grundrechte, ein geeintes Deutschland und ein solidarisch verbundenes Europa gefordert wurden. Es trafen sich neben bis zu 30 000 Bürgern auch führende Liberale. Das Hambacher Fest
gilt daher bis heute als Geburtsstunde der Deutschen Demokratie. Anschließend besichtigten wir noch die Ausstellung im Schloss und hatten Gelegenheit zum Kauf von Artikeln, Broschüren und Büchern im
hauseigenen Museumsshop.
Landau
Anschließend fuhren wir mit dem Bus direkt nach Landau und stärkten uns bei einem Mittagessen nach Wahl.
Landau ist über seine Stadtgrenzen bekannt als Garnisonsstadt und hat zahlreiche historische Gebäude. Es liegt nahe, dass man die Historie der Stadt nur durch eine Stadtführung kennen lernen kann. Wir besichtigten u.a. das Deutsche Tor als Rest der städtischen Wehranlage sowie das Jüdische Haus (Frank-Loebsches Haus). Es ist eines der ältesten und imposantesten Bürgerhäuser der Stadt und eng mit der Geschichte der Juden sowie der Familie von Anne Frank verbunden. Es dient heute als Kultur- und Begegnungsstätte. Als weiteres Kulturgut besuchten wir die kleine 1344 gegründete mittelalterliche Katharinenkapelle, gegründet durch die seinerzeit vor Ort wohnenden Beginen.
Um 17 Uhr traten wir unsere Rückreise nach Karlsruhe an.
Ralf Denda
09. Mai - Europatag auf dem Marktplatz in Karlsruhe
Liebe Mitglieder und Freunde,
Am Samstag wurde der Europatag am 9. Mai auf dem Marktplatz in Karlsruhe groß gefeiert. Es war großer Publikumsandrang – auch dank des tollen Wetters. Obwohl wir nur einen kleinen Stand hatten, wurde wir von Vielen besucht und wir konnten gute Gespräche führen. Das war auch das Verdienst der vielen Helferinnen und Helfer am Stand, die so zahlreich wie nie uns unterstützt haben, dafür bedanken wir uns bei diesen besonders.
Herzlichen Gruß, Michael Kromer
07. Mai - 18.30 Uhr, IBZ Karlsruhe, René Repasi
Im ibz Karlsruhe begann die Europawoche mit einer Veranstaltung unter dem Titel „Demokratie unter Druck – Europas Antworten“. Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Herkunftsländern schilderten ihre Sicht auf die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen Europas. Der Europaabgeordnete René Repasi gab Einblicke in seine Arbeit im Europäischen Parlament und betonte die Bedeutung eines handlungsfähigen Europas. Die persönlichen Beiträge der Gäste reichten von Fragen der Freizügigkeit über Menschenrechte bis hin zu Sicherheit und europäischer Identität. Die Vielfalt der Stimmen zeigte, wie unterschiedlich Europa erlebt wird und wie wichtig der offene Austausch bleibt. Gastgeber waren Europe Direct Karlsruhe, die Europa‑Union Karlsruhe Stadt und Land sowie das ibz. Ein gemeinsames Buffet bot zum Abschluss Raum für Gespräche und Begegnungen.
06. Mai - Tagesfahrt nach Darmstadt, Besuch EUMETSAT
EUMETSAT Darmstadt - wo kommen unsere Wettervorhersagen her?
Der Tagesausflug sollte uns u.a. in die EUMETSAT-Zentrale nach Darmstadt führen und einen Einblick in die täglichen Wettervorhersagen geben. Diese Organisation ist Europas zentraler Akteur im europäischen Verbund, betreibt meteorologische Satelliten und stellt den Wetterdiensten der 30 Mitgliedsstaaten die gewonnen Daten an 24 Stunden am Tag und allen Wochentagen zur Verfügung. Die Wetter- und Klimaüberwachung liefert dabei Echtzeitdaten für präzise Wetterprognosen und Untersuchungen des Klimawandels, die für den Schutz von Leben, Infrastruktur und die Industrie von erheblicher Bedeutung sind. Über 600 angestellte Mitarbeiter machen deutlich, wie wichtig diese Organisation gegenüber ihrer Gründung 1986 zwischenzeitlich geworden ist. Die sehr intensive und lehrreiche Führung gab uns einen Einblick in den Bau und die Nutzung dieser Satelliten.
Nach einer wohlverdienten Mittagspause in der Darmstädter Innenstadt wurden wir von einem sehr sympathischen und kompetenten Stadtführer im Rahmen einer Stadtrundfahrt zu einer Besichtigung des UNESCO Welterbes auf die Mathildenhöhe Darmstadt geführt. Hier erfuhren wir vieles über deren geschichtliche Entwicklung der ansässigen Künstlerkolonie, deren Mitglieder zwischen 1899 und 1914 gemeinsam dort tätig waren und lebten.
Die Mathildenhöhe war im 19. Jahrhundert eine Gartenanlage des großherzoglichen Hofes und wurde 1833 im Stil eines englischen Landschaftsparks umgestaltet. 1899 berief der Mäzen und Großherzog Ernst Ludwig sieben Jugendstilkünstler an die neu gegründete Künstlerkolonie, um durch deren Arbeit und Kunst eine wirtschaftliche Belebung für sein Großherzogtum Hessen zu erreichen. Die beiden Teilbereiche (Hauptbereich- und Dreihäusergruppe) umfassten u.a. eine russische Kapelle, die kurz vor der Gründung der Künstlerkolonie erbaut und für die Erde aus Russland importiert wurde, so dass die Kapelle auf russischem Grund steht. Links neben der Kapelle wurde 1908 ein Turm mit berühmten 5 Fingern im Jugendstil erbaut, der heute u.a. als Hochzeitsturm und Aussichtsplattform mit Blick auf Darmstadt genutzt wird.
Nach der sehr fachkundigen Führung traten wir um 17.30 Uhr unsere Rückreise nach Karlsruhe an.
Ralf Denda
23. - 26.03. - Fahrt nach Brüssel und Schengen
Fahrt der Europa-Union Kreisverband Karlsruhe Stadt und Land e.V. nach Brüssel
Am Montag, den 23.03.2026, starteten wir mit 43 Teilnehmenden zu unserer viertägigen Fahrt nach Brüssel. Vom Karlsruher Busbahnhof aus brachte uns das Busunternehmen Müller Reisen in Richtung belgische Hauptstadt. Nach etwa zweieinhalbstündiger Fahrt legten wir eine gemütliche Frühstückspause mit Kaffee und Brezeln ein – eine Einladung der Europa-Union Karlsruhe, die dankbar angenommen wurde. Gegen 15.00 Uhr erreichten wir unser Ibis Hotel Gare du Midi in Brüssel und checkten ein. Gegen 16.30 Uhr brachen wir von dort zu einem geführten Stadtrundgang durch Brüssel auf, der uns bis etwa 19.00 Uhr viele interessante Eindrücke vermittelte. Wieder im Hotel angekommen, ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Am Dienstag, den 24.03.2026, fuhren wir nach dem Frühstück um 9.00 Uhr mit dem Bus zum Haus der Europäischen Geschichte. Dort wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt und nahmen jeweils an einer informativen Führung teil, die die Entstehung und Entwicklung Europas eindrucksvoll veranschaulichte. Am Nachmittag stand der Besuch der Europäischen Kommission auf dem Programm. Zunächst erhielten wir einen Vortrag über die Arbeit der Generaldirektion Binnenmarkt und Wirtschaft. Nach einer kurzen Kaffeepause wurde uns die Arbeit im Bereich Industrie und Zoll vorgestellt, gefolgt von einer Diskussionsrunde. Der restliche Nachmittag und der Abend standen zur freien Verfügung und boten Gelegenheit, Brüssel individuell zu erkunden.
Am Mittwoch, den 25.03.2026, besuchten wir das Europäische Parlament. Dort wurden wir von Frau Prof. Dr. Wechsler, Europaabgeordnete und Bundesvorsitzende der Europa-Union Deutschland, herzlich empfangen. Sie gab uns einen prägnanten Einblick in ihre Arbeit als Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Anschließend konnten wir den Plenarsaal besichtigen und die besondere Atmosphäre dieses europäischen Herzstücks auf uns wirken lassen. Nach einer Mittagspause ging es weiter zur Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU. Nach einem kleinen Imbiss mit Brezeln und Getränken führte uns Herr Miller durch die Landesvertretung – inklusive Besuch der Schwarzwaldstube, die ein Stück Heimatgefühl nach Brüssel bringt. Es folgte ein Vortrag über seine Aufgaben in der Landesvertretung mit anschließender Diskussion. Zum Abschluss des Tages unternahmen wir eine geführte Stadtrundfahrt mit dem Bus durch das Europaviertel und zum Atomium. Am Abend genossen wir ein gemeinsames Essen im Restaurant „La Porteuse d’Eau“, wo wir den Tag in geselliger Runde ausklingen ließen.
Am Donnerstag, den 26.03.2026, traten wir nach der Kofferverladung die Rückreise an – zunächst jedoch mit einem bedeutenden Zwischenstopp in Schengen. Dort besuchten wir die Schengen-Säulen der Nationen, die für die europäische Einigung und den Abbau von Grenzkontrollen stehen. Bei einer anschließenden Führung besichtigten wir das Schiff „Princesse Marie-Astrid“, auf dem 1985 die Staatssekretäre der Länder Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Deutschland das Schengener Abkommen unterzeichneten. Ein kurzer Besuch im Schengen-Museum vertiefte unser Verständnis für die Errungenschaften der Freizügigkeit in Europa. Danach machten wir uns mit vielen Eindrücken und neuen Erkenntnissen im Gepäck auf die Heimreise nach Karlsruhe.
Insgesamt erlebten wir vier abwechslungsreiche und informative Tage, die uns die europäischen Institutionen, ihre Geschichte und ihre Bedeutung für unseren Alltag nähergebracht haben – und nicht zuletzt auch viele Gelegenheiten zum persönlichen Austausch innerhalb unserer Reisegruppe boten.
Norbert Wendelgaß
10. März 2026 - Landrat Dr. Schnaudigel im Gespräch
von links: Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Moderator Dr. Wolfgang Janisch, stellvertretendern Vorsitzenden der Europa-Union Karlsruhe Stadt und Land Sebastian Wolf
Kommunen in Europa -Herausforderungen in Zeiten der Krise
Veranstaltung in der Hemingway Lounge 2 Tage nach der Landtagswahl in BW
Der 10.03.2026 wird vielen Mitgliedern und Freunden der Europa Union Karlsruhe als eine Aufarbeitung des hochinteressanten Wahlergebnisses der Landtagswahl in Baden-Württemberg und deren Auswirkungen
auf der Ebene der Kommunen und Regionen in Erinnerung bleiben. Vorausschauend hatte sich unser Planungsteam für diesen Termin entschieden und den Landrat des Landkreises Karlsruhe, Dr. Christof
Schnaudigel, eingeladen. Moderiert wurde diese Veranstaltung von Dr. Wolfgang Janisch, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Musikalisch umrahmt wurde sie vom Verein Klangkunst e.V., dessen
Vorstandsmitglied Dr. Janisch ist. Die Musikbeiträge hatte sich Dr. Schnaudigel gewünscht und dabei klassische und moderne Musik ausgesucht, die bei den Besuchern der Veranstaltung mit Applaus für
die gelungene Auswahl beklatscht wurden. Anwesend war u.a. Alt-Oberbürgermeister Heinz Fenrich von der Stadt Karlsruhe mit Gattin.
Als langjähriger Landrat des Landkreises Karlsruhe (seit 2007) und versierter Verwaltungsfachmann nahm Dr. Schnaudigel zur Frage „wie er den Wahlabend am Sonntagabend erlebt habe,“ Stellung. Er sah dabei fehlende Stellschrauben auf Seiten der Kommunen und Regionen, die es ermöglichen würden, die finanziellen Beteiligungen durch Bund und Länder zu erhöhen, um die chronischen Defizite der unteren Verwaltungsbehörden und deren Haushaltslage zu verbessern. Insofern habe die Landtagswahl nur politische Auswirkungen gehabt, wobei sich kein großer Unterschied bei den Parteien ergeben habe.
Dr. Schnaudigel nahm als Regionalverbandvorsitzender des europäischen Dachverbands der Gemeinden und Regionen ebenfalls zu den Themen Europa, Klimawandel, Bürokratieabbau, Ausländerrecht, Digitalisierung und den Widerständen der Bevölkerung, aber auch den Kommunen bei Windrädern, Stellung. Er fand hier interessierte Zuhörer, die ihre Meinung mit Wortbeiträgen unterstützten und dem Bürokratieabbau eine hohe Priorität gaben.
Ralf Denda