09.11.2017 - Europäischer Abend

Der diesjährige Europäische Abend hat allen Gästen, die der Einladung zu dieser Veranstaltung Folge geleistet haben, ein Fest für alle Sinne geboten.
Location, Unterhaltungs-programm einschließlich Moderation und Gastronomie haben einen stimmigen und harmonischen Dreiklang gebildet, der den Abend zu einem schönen und nachhaltigen Erlebnis für die Anwesenden hat werden lassen.

 

Das Restaurant „EXO“, gelegen in dem in den 1950er Jahren erbauten Tulla-Bad, bietet mit dem unmittelbaren Blick hinein in das Exotenhaus und seinen seltenen Pflanzen und Tieren ein außergewöhnliches Ambiente. In dieser Umgebung konnte sich unser Vorsitzender Herr Golombeck über gut gelaunte Gäste und einen vollbesetzten Gastraum freuen. So ging es nach dem zur Begrüßung gereichten Aperitif gleich mitten hinein ins Programm.

 

Im Rahmen der „Europäischen Skizzen“ entführte uns der Karlsruher Publizist und Journalist Bernhard Wagner in seinem kurzweiligen Bildervortrag nach Osteuropa. Anhand eindrucksvoller Aufnahmen zeigte der weitgereiste Journalist die Besonderheiten von Riga und das Umfeld der mondänen „lettischen Riviera“. Bei diesem geografischen und historischen Streifzug gab es mit dem Kaufmann und Schwarzhäupter-Mitglied Gabriel Leonhard von Berckholtz auch einen Bezug zu Karlsruhe. So hat sich Berckholtz und seine Familie im Karlsruher Palais Berckholtz (ehemaliges Künstlerhaus) niedergelassen und den wunderschönen Park angelegt; an diese große baltendeutsche Persönlichkeit erinnert übrigens im Westen der Stadt von Karlsruhe das Berckholtz-Stift.

 

Soviel Reisen macht natürlich Hunger, den die Gäste mit einer leckeren und reichhaltigen Auswahl am Buffet stillen konnten. Die Küche des „EXO“ war ausgezeichnet und der Service zuvorkommend und professionell.  

 

Alsdann ging es schon wieder weiter. Die Bilderreise setzte sich in Litauen am „Berg der Kreuze“ in Šiaulai fort, ehe das Seebad Palanga mit seinem weltgrößten Bernsteinmuseum erreicht wurde. Vorbei an der Kurischen Nehrung und über Kaunas und Vilnius ging es schließlich hinein in das nordöstliche Polen mit einer Stippvisite in Białystok, der Esperanto-Hauptstadt Europas. Mit eindrucksvollen Bildern der Masurischen Seenplatte und der Stadt Mikołajki, dem Zentrum der Seenlandschaft, ging der Reise erster Teil zu Ende.

 

Doch die zweite Etappe schloss sich sogleich daran an. Mike West, Sänger und Gitarrist, und Frau Lorch nahmen uns mit auf eine Europareise per Fahrrad. Bekanntermaßen erlebt man Land und Leute zu Fuß oder auf dem Fahrrad wesentlich näher und unmittelbarer als mit Auto oder Bahn. Texte mit aktuellem Bezug und Anekdoten zum Schmunzeln führten im raschen Wechsel mit dazu passenden Melodien durch zahlreiche Länder und ließen diese im Geiste vorbeiziehen. Wie jede Reise so ging auch diese Tour d´Europe leider allzu schnell zu Ende, gerne wäre man noch ein Stück mit den beiden Reiseleitern weitergereist.   

 

Einen schönen und würdigen Abschluss fand die Veranstaltung durch die gemeinsam gesungene Europäische Hymne, mit der ein jeder von uns sich zu den europäischen Werten Freiheit, Frieden und Solidarität, die uns als Europäer verbinden und die es in einer unruhigen Welt besonders zu leben und zu schützen gilt, bekennen konnte.

 

Unser aller Dank geht an Frau Bercher, Frau Lorch und Herrn Golombeck für die Organisation dieses rundum gelungenen Abends.

  

Bernhard Gehweiler

12. - 20.10.2017 - Polen-Fahrt

12.10.2017 (Tag 1) - Dresden

Abfahrt (geplant) 6:30 h – Europahalle

Leider sind wir zunächst unvollständig, da ein Paar fehlt. Also Fahrt zum Bahnhof, dort die Mitreisenden an Bord genommen und nochmals zurück zur Europahalle. Immer noch ohne die Fehlenden fahren wir um ca. 7 Uhr schließlich gen Dresden, unserem ersten Aufenthalt. Zwischenhalt in der Raststätte Hohenlohe. Wir warten auf die von Nefzat nachgebrachten zu spät gekommenen Mitreisenden und haben gut eine Stunde Verspätung.

15:30 Uhr Ankunft in Dresden - Stadtführung

An der Semperoper treffen wir uns mit unserer Reiseführerin, die uns an der Semperoper vorbei hinter dem Zwinger nach oben führt. Wir betrachten eine Statue, die uns Carl-Maria v. Weber zeigt, der hier erstmals Opern in deutscher Sprache komponierte und inszenierte. Dann haben wir den Blick auf den Innenbereich des Zwingers. Wir erfahren den Zweck des Baus aus den Jahren 1710 – 1728 und dass er nie bewohnt wurde, sondern für Feste und andere Repräsentationen diente. Die Größe und die parkähnliche Anlage beeindrucken uns.

Weiter geht es durch das Nymphenbad, eine beeindruckenden Brunnenanlage, und den Innenpark zum Residenzschloss. Dieses besteht aus mehreren Gebäuden mit insgesamt fünf Innenhöfen. Unter anderem enthält es das berühmte historische grüne Gewölbe mit sehenswerten Sammlungen. Der zentrale Innenhof ist mit einem Kunststoffdach überdacht.

Vorbei geht‘s am Fürstenzug mit 102 m Länge und über 10 m Höhe, der die Fürsten Sachsens von 1130 bis 1900 darstellt. Da das ursprüngliche Bild stark verwittert war, wurde es im 19. Jh. von der Meissener Porzellanfabrik mit ca. 23.000 Fliesen gestaltet. Es überstand die Feuersbrunst der Bombenangriffe des 2. Weltkriegs nahezu unbeschädigt, da die Fliesen die Temperatur aushielten.

Wir gehen noch durch den Innenhof in welchem Ritterspiele durchgeführt wurden und erfahren das Handling der Pferdereinigung in einem Becken, bevor diese über eine Rampe in die Stallungen im ersten Stock gebracht wurden. Dort bestiegen die Ritter in Rüstung ihre Pferde und ritten dann die Rampe herab.

Wir passieren die Frauenkirche, deren interessante Geschichte wir erfahren, und die nach dem Krieg, in welchem sie zerstört wurde, erst nach 1994 wieder aufgebaut und im Jahr 2005 fertiggestellt wurde. Ermöglicht wurde der Wiederaufbau u.a. durch zahlreiche Spenden und Stiftungen.

Schließlich gehen wir durch das Albertinum, das eine Skulpturenausstellung enthält, zur Synagoge - einem interessanten „schiefen“ quaderförmigen Bau ohne Fenster. Dort erwartet uns der Bus und es geht zum Hotel Achat zum Einchecken.

Zum Abendessen begeben wir uns ins „italienische Dörfle“ an der Elbe gelegen, nahe der Semperoper. Hier richteten sich italienischen Handwerker und Künstler des Architekten Gaetano Chiaveri während der Bauzeit der barocken Hofkirche häuslich ein. Wir indessen werden von Mitgliedern des sächsischen Landesverbands der Europa-Union willkommen geheißen und erfahren einiges über diesen LV. Gegründet 2015 verfügt er bereits über 80 Mitglieder, die sich vor allem auf die Städte Dresden und Leipzig verteilen. Schon zahlreiche Veranstaltungen und auch ein Bundeskongress wurden durchgeführt.

Ein Spaziergang durch das nächtliche Dresden führt uns zum Hotel zurück.


13.10.2017 (Tag 2) – Die Welt des Rübezahl

Abfahrt 8:00 h Richtung Schlesien

Im Bus erfahren wir an Hand eines Filmes schon vieles über Schlesien. Somit wissen wir schon mal, was uns erwartet.

9:30 h fahren wir bei Görlitz über die Grenze nach Polen. Waldemar unser Fahrer, ein Schlesier, berichtet uns, dass für ihn jetzt nicht Polen sondern Schlesien beginne. Viel erfahren wir über seine eigene Geschichte und über die Folgen für Schlesier nach 1945, einerseits die Vertreibung andererseits über Zurückgehaltene und deren Behandlung seitens der Polen, die ja aus dem Osten bis hin zur Ukraine kamen und die ehemals deutschen Gebiete besiedelten. So hätten die Schlesier gerne etwas mehr ihre Kultur gefördert und Zweisprachigkeit, die nur selten z.B. auf Straßenschildern auftritt.

11 Uhr Ankunft in Hirschberg (Jelenia Góra) – Riesengebirge

Unser Fremdenführer Gregor steigt zu und führt uns durch das Riesengebirge, das sich zu 1/3 in Polen und zu 2/3 in Tschechien befindet. Der höchste Berg Niederschlesiens ist die Schneekoppe mit 1602 m und 297 Tage im Jahr im Nebel oder „benabelt“, wie die Schlesier sagen. Wir haben Glück und sehen sie ohne Nebel!

Berühmte Baumeister wie Karl-Friedrich Schinkel und der geniale Parkgestalter Peter Joseph Lenné schufen im 19. Jahrhundert für die königliche Familie und andere Adelige eine einzigartige Schlösser- und Parklandschaft. Rund um die heutige Kreisstadt Jelenia Góra gibt es etwa drei Dutzend Burgen und Schlösser, so viele wie nirgendwo sonst in Europa auf ähnlicher Fläche. Vorbei geht es am Schloss Stonsdorf. Seine Lage und der wunderschöne Landschaftspark bewirken, dass es zu den schönsten Landgütern der Region gehört.

Nach Schlesien kamen vor allem Arbeiter, sog. „Schatzsucher“. Wegen des Silbers und des Eisens wurde Bergbau betrieben, aber auch Glasbläser und Weber waren in großer Zahl zu finden. Gerhart Hauptmann, der aus der Gegend stammt, beschrieb in seinem Stück „Die Weber“ einen Aufstand dieser gegen die sehr schlechte Bezahlung. Es gab zudem viele Kräutersammler, was zur Herstellung von Likören führte.

11:30 Uhr Ankunft in Karpacz (Krummhübel) - Wang-Kirche

Wir steigen ca. 20 Minuten auf zur Kirche. Der Blick auf sie, hat die Mühe des Aufstiegs vergessen lassen. Die Stabkirche Wang ist eine mittelalterliche norwegische Stabholzkirche aus Vang, die 1841 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erworben und in Brückenberg (heute Karpacz Górny), mittlerweile Ortsteil von Krummhübel (heute Karpacz) im Riesengebirge wieder aufgebaut wurde. Die Kirche besteht aus norwegischem Kiefernholz und ist reich mit Schnitzereien versehen, zum Beispiel mit Tierdarstellungen und Ornamenten. Ein separater Laufgang um das Kirchenschiff dient zu Meditationszwecken und schützt das Kircheninnere vor Kälte. Die tragende Konstruktion des Gebäudes besteht ausschließlich aus hölzernen Teilen und verwendet keine eisernen Nägel.

Wir besichtigen die Kirche und erfahren in einem Vortrag das Wichtigste zur Kirche. Es folgt der Abstieg zum Bus, der uns weiter durch das Riesengebirge führt, hier und da auch mit Ausblick auf die Schneekoppe. Wir begegnen Rübezahl, der unseren Bus ein Stück den Berg hinaufschiebt.

Um 13:15 erreichen wir im Hirschberger Tal in Schlesien, zu Füßen der Schneekoppe, in Lomnitz/Lomnica ein Schloss und einen Gutshof, der zur Einkehr einlädt. Unter anderem ist dort ein altes Stallgebäude zu neuem Leben erwacht. Darin findet man die Gutsschänke "Alter Stall".
(
https://www.youtube.com/watch?v=LtSrY9E2rR0 ).

Einige testen die schlesische Spezialität „Bigos“ ein Krauteintopf aus gedünstetem Sauerkraut mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten sowie weiteren variierenden Zutaten. Zufrieden und wohl gesättigt geht es um 14 Uhr weiter nach Schweidnitz. Wir passieren Freiberg (Świebodzice), eine Stadt mit ca. 20 T Einwohnern.

15:30 Uhr Ankunft in Schweidnitz (Świdnica) (ca. 65 T Einwohner) – Friedenskirche

Wir besichtigen die evangelische Friedenskirche, die zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Schlesien gehört. Sie befindet sich seit dem Jahr 2001 gemeinsam mit der Friedenskirche in Jawor (deutsch Jauer) auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO und gilt als die größte Fachwerkkirche in Europa.

Zu den Beschlüssen des Westfälischen Friedens im Jahr 1648 gehörte die Erlaubnis für die schlesischen Protestanten, drei „Friedenskirchen“ zu bauen: in Glogau, Schweidnitz und Jauer. Allerdings musste eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt werden: Steine und Ziegel waren als Baumaterial verboten, nur Holz, Lehm und Stroh durften verwendet werden. Die Kirchen mit Türmen oder Glocken zu versehen, war ebenfalls nicht gestattet. Als Standorte kamen nur Plätze außerhalb der Stadtmauern in Frage. Die Bauzeit durfte ein Jahr nicht überschreiten. Die Baukosten hatte die Gemeinde zu tragen.

Die Schweidnitzer Kirche wurde nach einem Entwurf des Breslauer Architekten Albrecht von Saebisch (1610–1688) gebaut. Grundsteinlegung war am 23. August 1656. Nach nur zehn Monaten Bauzeit konnte am 24. Juni 1657 der erste Gottesdienst gefeiert werden. Die als eine Fachwerkkonstruktion errichtete Kirche hat eine Fläche von ca. 1.090 m² und bietet Platz für ca. 7500 (!) Personen, darunter ca. 3000 auf Sitzplätzen. Die Ausstattung ist im Stil des Barocks gehalten. Die Orgel aus den Jahren 1666 bis 1669 ist ein Werk von Christoph Klose aus Brieg. Das Taufbecken aus dem Jahr 1661 entstammt der Werkstatt von Pankratius Werner aus Hirschberg. Für die Malereien an der Decke von 1696 waren Christoph Kalicki und Christian Süßenbach verantwortlich. Gotfried August Hoffman schuf die Kanzel (1729) und den Altar (1752).

Die Altranstädter Konvention von 1707 brachte die Erlaubnis, Türme und Glocken hinzuzufügen. Daraufhin wurde im Jahr 1708 neben der Kirche ein Glockenturm ebenfalls im Fachwerkstil gebaut.

16:15 Uhr Ankunft Kreisau (Krzyżowa).

Hier erfahren wir das Wirken des Kreisauer Kreises in der Zeit der Hitler-Diktatur und die Aufgaben, die sich die Stiftung in der heutigen Zeit gegeben hat. Als Stätte dient der ehemalige Gutshof Moltkes.

Die Kreisau-Initiative e.V. wurde 1989 als Bürgerinitiative von Ost- und Westberliner*innen gegründet, um den Aufbau und die Arbeit einer internationalen Begegnungsstätte in Kreisau ideell und materiell zu unterstützen. Gerade der Ort Kreisau, an dem sich 1942/43 die Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis traf, um Visionen und konkrete Pläne für eine friedliche Zukunft Europas zu erarbeiten, ist ein Ort, der sich zur Verständigung zwischen West- und Osteuropäer*innen besonders gut eignet.

Die Kreisau-Initiative setzt sich zum Ziel, Aktivitäten in und um Kreisau zu initiieren und zu unterstützen, die auf ein friedliches und von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenleben der Gesellschaftsgruppen und einzelner Menschen zielen. Sie organisiert Jugendbegegnungen, Workshops, Seminare und Tagungen für unterschiedliche Zielgruppen. Die Projekte sind international und inklusiv. Die Teilnehmer*innen kommen aus allen Ländern der Welt, gehören unterschiedlichen Generationen an und haben verschiedene Bildungshintergründe.

Die Arbeit des Vereins wird von einem ehrenamtlichen Vorstand geleitet. Die Projekte werden von Mitarbeiter*innen in der Geschäftsstelle konzipiert und durchgeführt.

18:15 Uhr fahren wir nach einem lehrreichen Tag schließlich weiter nach Oppeln (Opole) zu unserem Hotel Mercure. Um 20:30 Uhr gibt es Abendessen: Putenrollbraten, Brokkoli, Reis.


14.10.2017 (Tag 3) – Gedenkstätte Auschwitz

Abfahrt 8:15 Uhr Richtung Auschwitz

10:30 Führung Auschwitz

Nach einer intensiven Personenkontrolle werden wir in zwei Gruppen durch einige noch vorhandene Gebäude geführt, in denen zum Teil reale Räumlichkeiten die Ausmaße der Behandlung bzw. Bestrafung von Internierten uns näherbringen. Auch gibt es noch einen Platz wo die zur Vernichtung anstehenden Personen sich entkleiden mussten und dann in „Duschräume“ geführt wurden, in denen sie vergast wurden. Das Geschrei der Sterbenden wurde übertönt durch zahlreiche LKW-Motoren, die man kräftig laufen ließ. Zum anderen gibt es einige Ausstellungsräume, die uns zeigen, was die Deportierten alles mit sich führten für eine „neue Zukunft“. Diese Gegenstände wurden sortiert, gehortet und weiterverkauft. So sehen wir noch Mengen von Restbeständen, angefangen von Koffern, über Schuhe, Brillen etc. und sogar Prothesen, die häufig von Personen stammten, die im ersten Weltkrieg Gliedmaßen einbüßten. Selbst die Haare der Frauen wurden zu Geld gemacht. Auch zahlreiche Schriftstücke zeigen, wie penibel über alle Vorgänge Buch geführt wurde.

13 Uhr Birkenau

Wir durchschreiten den Eingang mit dem verhöhnenden „Arbeit macht frei“-Schriftzug in großen eisernen Lettern darüber. Das riesige Lager für die Deportierten nahe Auschwitz zeigt uns in welch erbärmlichen Zuständen die Inhaftierten gehalten wurden. Es sind nur wenige Gebäude vorhanden, da nach dem Krieg vieles abgerissen und entfernt wurde. So wurden auch die vier Krematorien gesprengt, so dass davon nichts mehr zu sehen ist. Hier war die Vergasung „perfekter“ organisiert als in Auschwitz.

Auch sehen wir die „Verteilungsanlage“, wo die Züge mit den in Viehwagen zusammengepferchten Deportierten einfuhren und die Aussteigenden sofort unter Anwesenheit eines Arztes begutachtet und über ihre Arbeitsfähigkeit bzw. anstehende Vernichtung entschieden wurde.

Unter dem Eindruck des Gesehenen geht es um 14:15 Uhr weiter, wobei es einen Zwischenhalt um 16:45 Uhr in einer Raststätte gibt.

Während dessen gibt es große Aufregung bei der Reiseleitung. War morgens laut Busfahrer die Welt noch in Ordnung, dass mit dem nächsten Hotel Lwowska alles klar sei, und wir gerne erwartet werden; ist es inzwischen nach einem Anruf so, dass wir keinen Platz haben, weil noch eine andere Gruppe da sei und noch bleibe. Hitzige Telefonate hin und her natürlich auch mit dem Reiseveranstalter via-cultus, das in Ordnung zu bringen, führt uns dann nach erfolgreichem Deal zum Hotel Park Inn by Radisson in Krakau, das wir gegen 18 Uhr erreichen.

Um 18:30 Uhr gibt es ein hervorragendes Abendessen in Buffet-Form, das der Koch mit seiner Mannschaft in „Windeseile“ gezaubert hatte. Von via-cultus werden „zur Besänftigung“ pro Person zwei Getränke spendiert. Wir sammeln spontan und danken dem Koch und dem Personal in einer kurzen Ansprache.

20 Uhr Krakau bei Nacht

Nahezu alle Teilnehmer nutzen den Abend noch, um Krakau kennen zu lernen. Der Bus setzt uns am Rande der Altstadt ab, und wir gehen auf eigene Faust durch die erleuchteten Straßen Richtung Marktplatz. Ein besonderes Flair erwartet uns dort mit zahlreichen Lokalitäten um den doch recht großen Platz.

Nach einem nächtlichen Spaziergang zum Hotel wird auch noch die Hotelbar getestet.
 

15.10.2017 (Tag 4) – Krakau

9 Uhr Fahrt zum Wawel-Schloss - Führung

Wawel wird die ehemalige Residenz der Könige von Krakau genannt. Die Burganlage befindet sich auf dem so genannten Wawelhügel. Dies ist ein etwa 28 m hoher Hügel, der an der Weichsel gelegen ist. Imposant erhebt sich darauf die Burganlage mit der Kathedrale.

Das Wort Wawel bedeutet übersetzt „eine trockene Kalksteinhöhe zwischen Mooren und Flusslandschaften". Durch seine gute Lage gegen den Angriff von Feinden, wurde der Wawelhügel schon zu Urzeiten besiedelt. Auch der Krakauer Wawel ist wie die Altstadt ein UNESCO Weltkulturerbe.

Schon wieder gibt es ein Problem: Der freie Zugang ist nicht möglich, da um 10 Uhr im Wawel-Dom in Krakau anlässlich des 200. Todestages von Tadeusz Kosciuszko, einem polnischen General, eine Messe gefeiert wird. Der Präsident von Polen - Andrzej Duda und seine Frau Agata Kornhauser-Duda und der Präsident von Krakau - Jacek Majchrowski - nehmen an der Zeremonie teil. Dadurch wird abgesperrt und auch für den Zugang zum Schloss ist mal wieder eine Personenkontrolle nötig.

Das Schloss mit seinem großen Innenhof, der durch einen Trick auf dem engen Raum noch vergrößert wurde – zur Weichsel hin gibt es nur eine Wand, die Räume vortäuscht aber keine enthält – bewundern wir die Gestaltung. Leider kann die Kathedrale nun nicht besichtigt werden.

10:30 Uhr Stadtrundgang mit Führung

Wir begeben uns am Rande der Altstadt, wo die ehemalige Stadtmauer einem breiten Grüngürtel um ganz Krakau gewichen ist, vorbei am Bischofspalast zur Universität und dort zum Collegium Maius, das älteste Gebäude der Jagellonischen Universität aus dem 14. Jahrhundert. Sie ist die älteste polnische und nach der Karls-Universität Prag zweitälteste Universität in Mitteleuropa. Zu ihren berühmtesten Studenten zählen der Astronom Nikolaus Kopernikus und Papst Johannes Paul II.

Zu vollen ungeraden Stunden spielt sich im Innenhof des Collegiums ein Schauspiel ab: Es wandern unter der Uhr mit Musik auf einem Sims im Obergeschoss Figuren vorbei, ein Bedel (engl. ein Universitätsbeamter der an der Spitze von Prozessionen von Beamten und Studenten geht), Königin Jadwiga, König Ladislaus the Jagiellonian, St. Jan of Kęty, Hugo Kołłątaj und der Rektor Stanisław from Skalbmierz. Da es 11 Uhr ist, erleben wir das Schauspiel live.

Wir wenden uns dem Zentrum zu, dem Marktplatz, mit einer Fläche von etwa 40.000 m² einer der größten mittelalterlichen Plätze in Europa. Er ist quadratförmig angelegt, mit Seitenausmaßen von jeweils 200 Metern und wird von Palästen und Kirchen umrahmt. Die Mitte des Platzes wird von den Tuchhallen eingenommen, die 1555 im italienischen Renaissance-Stil wiederaufgebaut wurden. Sie wurden in den Jahren 1875 bis 1878 umgebaut nach einem Entwurf des Architekten Tomasz Pryliński. Dort wurden neugotische Arkaden mit Säulenkapiteln an den Längsseiten angebaut. Heute befinden sich dort größtenteils Geschäfte mit Bernstein, Volkskunst und Souvenirs zum Kaufen. Auf der einen Seite der Tuchhallen stehen die rund tausendjährige, romanische St.-Adalbert-Kirche und das Adam-Mickiewicz-Denkmal von 1898, auf der anderen Seite der Rathausturm. Überragt wird der Platz von den gotischen Türmen der Marienkirche.

Wir gehen vorbei am St.Florians-Tor, dem letzten erhaltenen Stadttor und sehen den imposanten Rundbau Barbakan. Der Barbakan in Krakau gilt als der größte erhaltene Barbakan Europas. Dieses der Stadtmauer vorgelagerte Verteidigungswerk vor dem Florianstor wurde 1498/99 unter der Regierung des Johann I. Albrecht aus Backstein errichtet. Künstler bieten hier ihre Werke an.

Über den Königsweg, eine Route mitten durch die Altstadt von Nord nach Süd zum Wawel, gelangen wir zurück zum Marktplatz bei der Marienkirche. Auch hier gibt es ein interessantes Schauspiel: Auf etwa 54 m im 81 m hohen Nordturm befindet sich die Bläserstube. Dort spielt stets zur vollen Stunde der Krakauer Turmbläser ein Alarmsignal, das so genannte Hejnal. Früher musste dort ein Wächter beobachten ob sich Feinde der Stadtmauer nähern oder irgendwo in der Stadt ein Feuer ausgebrochen war. Die Melodie des Turmbläsers bricht abrupt ab, dies soll an den früheren Tatarenangriff erinnern, denn der damalige Turmbläser blies Alarm aber kam mit diesem nicht weit, da die Tataren ihn mit einem Pfeil in die Kehle töteten. Da es 12 Uhr ist können wir auch dieser Zeremonie beiwohnen. Damit endet unser Rundgang und wir haben noch etwas Zeit.

13 Uhr Abfahrt Richtung Warschau

Nach einer kurzen Kaffeepause um 16 Uhr treffen wir in Warschau um 18:30 Uhr im Hotel MDM ein. Um 19 Uhr findet unser Abendessen statt.


16.10.2017 (Tag 5) – Warschau

8:45 Uhr Fahrt zu Frontex EUROPEAN BORDER AND COAST GUARD AGENCY

Wir werden begrüßt durch den stellvertretenden Exekutivdirektor Körner. Seit 2005 besteht die Agentur Frontex. Auf Grund der Flüchtlingsströme des Jahres 2015 wurden Änderungen der Agentur vorgenommen, um solche Verhältnisse möglichst nicht mehr auftreten zu lassen. Da die Grenzkontrollen national erfolgen, hat Frontex andere Aufgaben.

Frontex beobachtet den Außenbereich, führt Analysen durch, um Reaktionen auf sich entwickelnde Vorkommnisse einzuleiten. Für dringende Fälle steht Frontex jetzt auch eine schnelle Einsatztruppe zur Verfügung.

Außer Satellitensystemen stehen Frontex Flugzeuge zur Verfügung, deren Einsatz von hier aus koordiniert wird. Es werden auch gemeinsame Operationen mit der internationalen Fischereikontrolle und Meeressicherheit durchgeführt.

Als zukünftige Aufgabe soll auch vermehrt die Verbrechensbekämpfung u.ä. einbezogen werden, und die Agentur hierfür zusätzlich Kompetenzen erhalten.

Wir besichtigen den Überwachungsraum und erfahren mehr über den Ablauf der Beobachtung  und die Weiterleitung an übergeordnete Stellen. An einem aktuellen Beispieleinsatz (Video) können wir die Arbeit und den erfolgreichen Abschluss verfolgen.

Nach dem Mittagessen steht eine Stadtrundfahrt durch Warschau an.

13:15 Uhr Stadtrundfahrt durch Warschau

Wir fahren eine Strecke ab, die uns zahlreiche Sehenswürdigkeiten nahe bringt. Unter anderem das höchste Gebäude, der Kulturpalast mit 230 m Höhe, ein Geschenk Stalins und lange Zeit ziemlich ungeliebt, prägt jetzt im Zusammenspiel mit den neuen Wolkenkratzern die Warschauer Skyline.

Ein kurzer Aufenthalt führt uns durch den größten Park Warschaus, den Łazienki Park, der zahlreiche historische Gebäude enthält. Wir bestaunen das 1926 aufgestellte Chopin Denkmal im Rosengarten. Es zeigt Chopin dabei in einer sitzenden Pose; im Sommer kann man hier die Klänge seiner Werke jeden  Sonntag hören. Außerdem gibt es hier „Klangbänke“, die auch über Warschau verteilt sind, an denen man sich Musik von Chopin anhören kann.

Die Fahrt führt uns weiter durch Warschau mit historischen und modernen Gebäuden, einer Straße mit Gebäuden  klassizistischer Fassaden. Wir streifen das Kopernikus-Denkmal, sehen den Eingangsbereich zur Universität mit seinen schmiedeeisernen Toren und erreichen schließlich den Marktplatz in der Altstadt.

Weiter geht es zum ehemaligen jüdischen Ghetto. Viel ist nicht mehr zu sehen. Mitten drin erhebt sich der imposante Bau des Museums Polin, der Geschichte der polnischen Juden. Wir stehen vor dem Denkmal des jüdischen Aufstands. Bereits 1948, also 5 Jahre nach Ausbruch des Ghettoaufstandes wurde das Denkmal der Ghettohelden (Pomnik Bohaterów Getta) enthüllt. Hier fand auch der Kniefall von Willy Brandt am 7.12.1970 statt. Ein weiteres Denkmal in Form eines Waggons beladen mit umstürzenden Kreuzen auf der Fahrt bergan erinnert ebenso daran. Und an einem weiteren Denkmal polnischer Kämpfer fahren wir vorbei.

16:30 Uhr Rundgang durch die Altstadt von Warschau

Abschließend begeben wir uns zu Fuß durch einen Bereich der Altstadt mit seinen engen, malerischen Gassen. Wir besichtigen die Johanneskathedrale. Da von der alten Kirche kaum etwas übrig geblieben war, konnte der Wiederaufbau ohne Anlehnung an das neugotische Aussehen erfolgen. 1947 begann der grundlegende Wiederaufbau, der 1954 abgeschlossen wurde. Von der alten Kirche wurde nur der Grundriss, die Lage der Frontfenster und die Höhe des Dachansatzes übernommen, das ganze Gebäude wurde in Nachahmung der Masowischen Gotik neu ausgeführt. An Stelle der alten geschmückten Fassade, trat ein Treppengiebel aus Backstein, dessen einzelne Felder weiß verputzt wurden.

Die Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zum Großteil (zu etwa 90%) zerstört, jedoch danach wieder so aufgebaut, dass man nicht bemerkt, dass hier die meisten Gebäude rekonstruiert wurden. Der Aufbau begann bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, zog sich aber über viele Jahrzehnte hin. Beim Wiederaufbau stützten sich die Kunsthistoriker auf Bilder und Skizzen der einzelnen Objekte. Dabei wurde auch auf kleinste Details geachtet. Das führte dazu, dass die Warschauer Altstadt von der UNESCO 1980 zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Der im Zentrum der Altstadt liegende Marktplatz ist von pastellfarbenen Gebäuden umgeben, deren Fassaden im Stil des Barocks, der Renaissance oder des Klassizismus rekonstruiert wurden. Die Gebäude auf der Westseite sind miteinander verbunden, was man an den Fenstern in gleicher Höhe erkennt. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Brunnen mit dem Denkmal der Warschauer Meerjungfrau. Sie ist das Symbol der Stadt und soll sie mit Schild und Schwert vor Angriffen beschützen.

Wir erreichen wieder den Schlossplatz mit der Sigismundsäule. Danach geht es zurück zum Hotel, das wir gegen 18 Uhr erreichen.


17.10.2017 (Tag 6) – Tschenstochau (Die Schwarze Madonna)

8:00 Uhr Abfahrt nach Tschenstochau (Częstochowska)

Um 10 Uhr legen wir eine kurze Rast an einer sehr schön gestalteten Raststätte ein.

11:40 Uhr Ankunft Schwarze Madonna von Tschenstochau

Durch das Kloster Jasna Góra führt uns eine Nonne.

Die Schwarze Madonna von Tschenstochau ist ein Gnadenbild der Jungfrau Maria, das in Polen als nationales Symbol verehrt wird, zugleich die heiligste Reliquie des Landes darstellt und als Ziel von Wallfahrten dient. Die Schwarze Madonna befindet sich seit sechs Jahrhunderten im Kloster Jasna Góra. Leider können wir die berühmte Madonna nicht direkt sehen, weil zurzeit ein Gottesdienst stattfindet. Es wird eng, denn um 12 Uhr wird die Madonna verhüllt, und der Zugang vorne ist auch noch versperrt. Daher können wir nur von ganz hinten einen Blick auf sie werfen, wobei es gerammelt voll ist, und zu unserem Leidwesen auch noch eine Baustelle für Restaurationen vorhanden ist.

Ikonografisch gehört das Bild zum byzantinischen Typus der Hodegetria, bei der die Muttergottes und das Jesuskind aufrecht sitzend dargestellt sind, und die Mutter mit ihrer Rechten auf das auf ihrem linken Arm sitzende Kind weist. Charakteristisch für den Typus der Hodegetria ist auch die Schriftrolle oder, wie im Fall der Schwarzen Madonna von Częstochowa, eine gebundene Bibel in der linken Hand Jesu, die ihn als fleischgewordenes Wort Gottes ausweist. Seine Rechte ist zum Segenzeichen erhoben. Maria trägt auf dem Bildnis ein dunkles Gewand und einen Mantel mit goldenen Lilienmotiven, die ein Symbol für die Jungfräulichkeit Marias sind. Auf dem Kapuzenteil ihres Mantels prangt über ihrer Stirn ein sechszackiger Stern. Jesus trägt ein rotes Gewand, ebenfalls mit goldenen stilisierten Blumenmustern. Die Köpfe von Jesus und Maria sind von einem vergoldeten Heiligenschein umgeben. Das Bild hat einen blau-grünen Hintergrund. Zu speziellen Anlässen wird das Bild mit edelsteinbesetzten Kleidern und goldenen Kronen geschmückt. Die Gesichter von Maria und Jesus haben eine dunkle, fast schwarze Farbe. Auf der rechten Wange sind bei Maria tiefe Schnitte zu sehen.

Um die Schwarze Madonna von Częstochowa ranken sich zahlreiche Legenden. So soll sie auf einem Bild basieren, das der hl. Lukas auf einem Zypressentisch der heiligen Familie gemalt haben soll. Dieses Bild soll 326 von der hl. Helena zu Konstantin dem Großen nach Konstantinopel gebracht worden sein. Im 14. Jahrhundert soll das Bild schließlich als Mitgift einer byzantinischen Prinzessin nach Osteuropa gekommen sein. Der Legende nach wollte es Prinz Ladislaus von Polen 1382 nach einem Tatarenüberfall, bei dem das Bildnis der Muttergottes am Hals beschädigt wurde, von Bełz nach Oberschlesien bringen. Bei Jasna Góra verweigerten die Kutscherpferde ihren Dienst, was als Zeichen gesehen wurde, dass das Bild dort ins Kloster gebracht werden solle. Bei einem Überfall während der Hussitenkriege in Schlesien auf das Kloster sollen ebenfalls die Pferde der Hussiten den Dienst verweigert haben, das Bild von Jasna Góra fortzubringen.

Nachdem ein Soldat das Bild zweimal mit einem Säbel beschädigt haben soll, wurde er der Legende nach vom Blitz getroffen. Die dadurch entstandenen Hiebe ließen sich nicht übermalen, da die Farbe immer wieder verlief.

In der Tat wurde das Kloster am 14. April 1430 von Hussiten überfallen und das Gemälde schwer beschädigt. Die Plünderer rissen das Bild vom Altar, beraubten es aller wertvollen Kostbarkeiten, schlugen der Madonna mit dem Schwert ins Gesicht und warfen das Bild auf den Boden, wo die hölzerne Tafel in drei Teile zerbrach. Danach sollte es in Krakau am königlichen Hof restauriert werden, was zunächst nicht gelang, da die Restauratoren versuchten Temperafarben auf einem Bild der Enkaustik anzuwenden. Daher wurde das Wachs entfernt und eine möglichst getreue Kopie des Bildes geschaffen. Die Spuren der Schwerthiebe wurden zur Erinnerung nachgeritzt. Die Schändung des Bildes steigerte die Berühmtheit des Gnadenbildes nachträglich.

Der Legende nach soll bei der Belagerung von Jasna Góra durch die Schweden 1655 die Schwarze Madonna von Częstochowa eingegriffen und das Kloster geschützt haben. Die Schwarze Madonna von Częstochowa wurde ein Jahr später von König Johann II. Kasimir symbolisch zur Königin Polens gekrönt.

Wir erfahren, dass zu verschiedenen Anlässen neue Gewänder für die Madonna geschenkt wurden; so z.B. auch von Papst Johannes Paul II anlässlich seines Besuchs. Diese Gewänder können wir im Museum bewundern.

Um 13:15 Uhr fahren wir weiter nach Gleiwitz.

15:00 Uhr Ankunft am Haus deutsch-polnischer Zusammenarbeit

Ca. 1 Stunde haben wir die Gelegenheit etwas über diese Stätte zu erfahren und Fragen zu Stellen.

Das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit wurde am 17. Februar 1998 in Anwesenheit des deutschen Bundespräsidenten Roman Herzog und des polnischen Präsidenten Aleksander Kwaśniewski in der „Villa Neumann“ eröffnet. Seit August 2009 befindet sich der Hauptsitz im Bildungs- und Wirtschaftszentrum Nowe Gliwice.

Zu den Zielen und Aufgaben des Hauses gehören u.a. die Förderung und Vertiefung der deutsch-polnischen Beziehungen, die Förderung der deutschen Minderheit und die Förderung von Maßnahmen und Initiativen in den Bereichen Wissenschaft, Kultur, Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Hierbei setzt das Haus mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die Durchführung verschiedener Projekte und Veranstaltungen sowie Schulungen und Fortbildung.

16:30 Uhr Ankunft in Breslau

Da wir zeitig im Best Western Hotel Prima sind, können wir unser Abendessen früh einnehmen (19 Uhr) und Breslau noch bei Nacht etwas erkunden.


18.10.2017 (Tag 7) – Breslau (Hauptstadt Schlesiens)

10:15 Uhr Ankunft Generalkonsulat Bundesrepublik Deutschland

Wir sind überrascht, es gibt keine Personenkontrolle für den Zugang zum Generalkonsulat.

In einem schönen Vortragsraum erfahren wir in einem einführenden Vortrag Vieles über das Verhältnis zu Polen. Sorgen macht, dass sich durch die derzeitige Regierung Polen in einem Abwärtstrend befindet. Auch hier haben wir Gelegenheit Fragen zu stellen.

Es erfolgt die Überreichung einer selbsterstellten Friedenstaube für den Garten, deren zwei Seiten in den Farben der Nationalflaggen von Polen und Deutschland gehalten sind und ebenso die drehbaren Flügel nur gegensätzlich. Das soll auch die Zusammenarbeit der beiden Länder darstellen.

Wir werden um 12:15 Uhr vor dem Generalkonsulat von unserem Reiseführer Edmund empfangen, der uns im Bus durch Breslau mit einigen interessanten Ausblicken vorbei am Bahnhof, der Kirche St. Adalbert und großen Einkaufszentren, die auch viele Westverkaufsketten enthalten, führt. Über die Grunwaldzki-Brücke, die über die Oder führt, gelangen wir auf einen großen „Inselbereich“, der von mehreren Armen der Oder umflossen und durchflossen wird, vorbei an modernen Hochhauswohnbauten und eine weitere wunderschöne Brücke, die Zwierzyniecki-Brücke, zur Jahrhunderthalle.

12:30 Uhr Ankunft Jahrhunderthalle

Die Jahrhunderthalle bildet das Zentrum des Breslauer Messegeländes, das zwischen 1911 und 1913 entstand. Zum Ensemble gehören u. a. der Vier-Kuppel-Pavillon und die Pergola, die der Architekt Hans Poelzig entwarf. Von Poelzig stammt auch der Generalplan des Ausstellungsgeländes, das in den Scheitniger Park (heute Park Szczytnicki) hineinkomponiert wurde.

Der im malerischen Szczytnicki Park gelegene und durch eine Pergola umgebene Brunnen, in unmittelbarer Nähe der Jahrhunderthalle, ist der Multimedia-Brunnen in Breslau, der größte seiner Art in Polen und einer der größten in Europa. Er wurde am 4. Juni 2009 anlässlich des 20. Jahrestages der freien Wahlen eröffnet. Seine Oberfläche beträgt ca. 1 Hektar. Im Brunnen wurden fast 300 Düsen aufgestellt. Aus ihnen tritt das Wasser in Form von Geysiren, Nebel, Schäume, usw. bis zu einer Höhe von 40 Metern aus. Auf diese Weise entsteht ein riesiger Wasser-Bildschirm, auf dem Visualisierungen mit Musik und Lasereffekten gezeigt werden.

Wir durchschreiten die Pergola, vorbei am Vier-Kuppel-Pavillon, der Nadel (Iglica), einem nadelförmigen auf vier Füßen frei platzierten, knapp 100 m hohen, grazilen Bauwerk, und betreten schließlich die Jahrhunderthalle.

Die Tragkonstruktion wurde von Günther Trauer geplant und von Heinrich Müller-Breslau geprüft. Den Kuppelbau führte die Firma Dyckerhoff & Widmann AG aus. Die Kuppel war mit einer freien Spannweite von 65 m Durchmesser zum Zeitpunkt der Fertigstellung im damaligen Deutschland die größte dieser Art. Vorbild zur Gesamtarchitektur einschließlich Rotunde war das antike, um 118 n. Chr. fertiggestellte Pantheon in Rom. Auch auf dessen stufenförmige Kuppelkonstruktion wurde zurückgegriffen.

Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten wurde am 31. Mai 1913 in der Jahrhunderthalle das Festspiel in deutschen Reimen in der Inszenierung von Max Reinhardt aufgeführt, das der mit der Breslauer Kulturszene eng verbundene Gerhart Hauptmann eigens für diesen Anlass verfasst hatte. Die im Stück enthaltene Kriegskritik löste einen Skandal aus: Nach Protesten von Kriegerverbänden und letztlich wohl auf Druck aus Berlin wurde das Festspiel vorzeitig abgesetzt.

Schlesien und Breslau wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Polen zugeteilt und die nahezu unbeschädigt gebliebene Jahrhunderthalle in Hala Ludowa (Volkshalle) umbenannt.

Nach Bemühungen der Stadtverwaltung wurde sie als Centennial Hall, also unter ihrem ursprünglichen Namen Jahrhunderthalle, am 13. Juli 2006 als „Pionierleistung des Stahlbetonbaus und der modernen Architektur“ in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Die Halle wird gegenwärtig für Messen, Sportveranstaltungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Sie besitzt rund 6000 Sitzplätze, bei Verwendung von Stehplätzen fasst sie fast 20.000 Personen. Trotz der Kuppel mit mächtigem Ausmaß, wirken die Betonträger im Innenraum fast filigran.

Wir fahren weiter zum Breslauer Dom (Katedra św. Jana Chrzciciela). Doch zuerst gibt es etwas „Erholung“: Nach dem Mittagessen auf eigene Faust machen wir eine Bootsfahrt auf der Oder. In der Nähe der Tumskibrücke, die übervoll von „Liebesschlössern“ behängt ist, besteigen wir das Boot. Die Fahrt führt Richtung Südosten an den Gebäuden der Universität und am Zoogelände vorbei und wieder zurück zur Anlegestelle. Wir sehen die Kompaktseilbahn über der Oder, welche die Gebäude der technischen Universität Breslau auf der einen Seite der Oder mit den Gebäuden auf der anderen Seite verbindet. Sie ist 317 m lang und überwindet eine Höhendifferenz von 70 cm.

16:30 Uhr Ankunft Breslauer Dom

Wir gehen vorbei am Erzbischöflichen Palais, wo wir einen Zwerg entdecken. Er erinnert an Caspar Elyan, einen Breslauer Drucker, der 1475 das Heilig-Kreuz-Druckhaus einrichtete, in welchem die ersten polnischen Druckerzeugnisse entstanden. Die Breslauer Zwerge (poln. krasnale) sind eine Touristenattraktion in Breslau (Wrocław), der Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Die politische Oppositionsbewegung „Orange Alternative“ hatte in den 1980er Jahren mit spontanen Aktionen (zum Beispiel Demonstrationen im Zwergenkostüm) Kritik am kommunistischen Regime in Polen geübt und einen gusseisernen Zwerg („Papa Zwerg“) in der Breslauer Altstadt aufgestellt.

Im Sommer 2001 tauchten die ersten Zwerge, als Projekt von Studenten der Kunsthochschule, in der Stadt auf. Seit 2004 der Künstler Tomasz Moczek beauftragt wurde, zwölf Zwerge zu fertigen, gibt es die Figuren in verschiedenen Varianten in der ganzen Stadt. Anfang 2009 gab es bereits 95 Exemplare, im August 2014 wurde der 300. Zwerg in Breslau aufgestellt. Die Figuren werden aus Bronze gegossen und haben eine Größe von etwa 30 cm.

Nun erfolgt die Führung durch den Dom.

Der Dom wurde über Jahrhunderte verändert, mit Anbauten und Erweiterungen umgebaut, so dass er die verschiedensten Baustile wie Romanik, Gotik, Renaissance usw. aufweist. Die dreischiffige Basilika mit Querschiff und zwei Westtürmen wurde z.B. erst 1180 fertig gestellt. Es gab zahlreiche Beschädigungen durch Brände.

1907 erhielt die Kirche durch Papst Pius X. den Rang einer Basilica minor verliehen. 1930 wurde das Bistum Breslau zum Erzbistum, so wurde auch der Dom zur Erzbischofskirche.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde der Dom durch die einrückende Rote Armee schwer beschädigt. Besonders gravierend war der Bombenangriff am 2. April 1945. Den Einschätzungen zufolge wurden 70 % der Bausubstanz zerstört, unter anderem die Helm- und Hauptdächer sowie die Gewölbe des Hauptschiffes und des Hochchors. Ein Teil der Südwand stürzte ab. Von der Inneneinrichtung wurden das Chorgestühl, die Orgel, mehrere Gemälde sowie der Hochaltar durch Brand vernichtet. Ein Teil der geretteten Einrichtung wurde durch die nunmehr polnische Verwaltung beschlagnahmt bzw. in andere Teile Polens ausgelagert. Der vorläufige Wiederaufbau unter der Leitung von Marcin Bukowski wurde im Jahre 1951 abgeschlossen. Man musste einen Teil der Innenausstattung wie den Altar durch Stücke aus anderen Kirchen ersetzen. Am 29. Juli dieses Jahres wurde der Dom von Stefan Kardinal Wyszyński wiedereingeweiht. Der Wiederaufbau konnte erst im Jahre 1992 vollständig abgeschlossen werden.

Hinter dem Chor befinden sich drei Kapellen, zwei weitere sind an den Seitenschiffen angegliedert.

Im Dom befindet sich der größte Teil der ehemals größten Orgel der Welt, welche ursprünglich in der Breslauer Jahrhunderthalle aufgestellt war. Das Instrument war 1913 von der Orgelbaufirma Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) erbaut worden, die sich damals im Besitz des Orgelbauers Paul Walcker befand. Die Orgel hatte 200 Register (15.133 Pfeifen) auf fünf Manualen und Pedal. Die heutige Anlage bestehend aus der Hauptorgel auf der Westempore und der Chororgel hat 152 Register (13.207 Pfeifen) und ist damit die größte Orgel Polens.

Mit dem Bus geht es nun ins Zentrum der Altstadt, wo die Führung rund um den Marktplatz fortgesetzt wird.

17:45 Uhr Besichtigung des Marktplatzes und des Rathauses

Der Große Ring oder schlicht Der Ring (polnisch Rynek) ist ein mittelalterlicher Marktplatz in Breslau, der heutzutage den Kern der Fußgängerzone bildet. Der Ring hat die Gestalt eines Rechtecks mit den Maßen 205 m mal 175 m. Die Bebauung rund um den Ring erfolgte in verschiedenen Stilepochen: Der mittlere Teil des Ringes ist durch den Tritt (ein Mittelblock) besetzt, welcher aus dem Rathaus, dem Neuen Rathaus sowie zahlreichen Bürgerhäusern besteht.

Im Zweiten Weltkrieg während der Schlacht um Breslau wurde am Großen Ring knapp 60 % der Bausubstanz beschädigt. 17 Häuser blieben weitestgehend erhalten. Nach dem Krieg begann man sofort mit der Instandsetzung der noch teils erhaltenen Gebäude. 24 Häuser wurden rekonstruiert, 11 umgebaut und 13 wieder instandgesetzt. Die Rekonstruktionen zielten meist auf die Forschungen von Rudolf Stein aus den 1930er Jahren. Dabei musste jedoch oftmals improvisiert werden, da viele Pläne und Zeichnungen fehlten oder durch Kriegseinwirkungen zerstört wurden.

Das Breslauer Rathaus ist eines der schönsten erhaltenen Gebäude im gotischen Stil in Polen und Europa. Die reichverzierte Ostfassade mit einer astronomischen Uhr aus dem Jahr 1580 wird in zahlreichen Publikationen über die Stadt abgebildet. Ihr Maßwerk und ihre Fialen entstammen der Zeit um das Jahr 1500. Der Erker an der südöstlichen Ecke wurde in den Jahren 1476–1488 von Briccius Gauske aus Görlitz geschaffen. Die Südfassade mit mehreren Erkern entstammt der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ihre Skulpturen stellen Szenen aus dem städtischen Leben des Mittelalters dar. Der in den westlichen Teil des Gebäudes integrierte Rathausturm im Stil der Renaissance wurde in den Jahren 1588–1595 gebaut. Er ist 66 m hoch.

Der Schweidnitzer Keller (polnisch: Piwnica Świdnicka) ist ein historisches Restaurant im Keller des Breslauer Alten Rathauses. Seit kurz nach 1273 fast ununterbrochen bewirtschaftet, handelt es sich um die älteste Gaststätte im heutigen Polen.

Kurz vor der Rückkehr zum Hotel durchstreifen wir noch eine mittelalterlich anmutende Gasse Stare Jatki. In den Städten des Hochmittelalters bildeten die Fleischhauer und Metzger ein stark reglementiertes Zunftwesen und waren - wie alle Zünfte - in bestimmten Stadtvierteln konzentriert. Um bessere Hygiene und Qualität zu gewährleisten, wurden die im städtischen Schlachthof geschlachteten Tiere in direkt nebeneinanderliegenden Verkaufsstätten, den sog. "Fleischbänken", die meist zentral in der Nähe des Marktplatzes lagen, zerlegt und verkauft.

Die alten Fleischbänke (Stare Jatki) wurden in Breslau noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung genutzt. Danach zogen zunehmend andere Gewerke und Händler wie Goldschmiede und Spiegelmacher in die Häuser ein, deren "saubereres" Geschäft besser in das Bild eines modernen Stadtzentrums passte.

Bei einem Artilleriebeschuss im Zweiten Weltkrieg wurde die Gasse so stark beschädigt, sodass man in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts überlegte, die Häuser gänzlich abzureißen. Zum Glück besann man sich doch noch auf die Einzigartigkeit der historisch wertvollen Gebäude und führte ausführliche Restaurierungsarbeiten durch, bei denen jedoch leider so manches Ornament und architektonische Detail der alten Häuschen unwiederbringlich verloren ging. Heute gehört Stare Jatki zu den zauberhaftesten Gassen der Breslauer Altstadt, und in die Häuser der ehemaligen Fleischer zogen Kunstgalerien, Ateliers, Schmuckstände, Lädchen mit Künstlerbedarf und urige Kneipen ein. Zu den größten Attraktionen von Stare Jatki – insbesondere für die Kinder – gehört eine Bronzeplastik, die mehrere Nutztiere in ihrer natürlichen Größe darstellt. Die Plastik von Piotr Wieczorek soll der traditionellen Rolle und der Geschichte der Straße gedenken. Die Inschrift der kleinen Tafel am Fuße des Denkmals lautet: "Den Schlachttieren zur Ehre – die Konsumenten".


19.10.2017 (Tag 8) – Görlitz und Bautzen (Das Sorbenland)

7:45 Uhr Abfahrt Richtung Görlitz

10:00 Uhr Ankunft in Görlitz - Führung

Wieder einmal gibt es eine Führung. Dieses Mal durch das reizende Städtchen Görlitz an der polnischen Grenze und geteilt durch die Neiße. Am Kaisertrutz, einem mächtigen Rundbau, nehmen wir unseren Fremdenführer auf. Der Kaisertrutz ist eine der einstmals 32 Basteien, von denen heute noch vier erhalten sind, die die Stadt Görlitz zur Verteidigung besaß. Er wird heute als Museum und Galerie genutzt. Wir fahren durch Görlitz Richtung Neiße, was uns einen Eindruck der Stadt vermittelt, und haben dort einen Blick auf die polnische Seite. Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, Kreisstadt des Landkreises Görlitz und größte Stadt der Oberlausitz. Die Stadt liegt an der Lausitzer Neiße, die dort seit 1945 die Grenze zu Polen bildet.

Wir gehen die Neißstraße hinauf zum Untermarkt. Es gibt unterwegs viele schmucke Häuser zu bewundern. Wir erfahren, dass ein anonymer Spender der Stadt Görlitz seit zwei Jahrzehnten jährlich eine halbe Million Euro für Sanierungsmaßnahmen der Altstadt zur Verfügung stellt. Allerdings endete diese Aktion 2016. An Gebäuden, die davon profitierten, wird das durch eine Tafel dokumentiert.

Wir erleben den interessanten Innenraum von Gebäuden, der große Hallen mit Durchgang enthält und vom Dach her über mehrere Etagen mit Licht versorgt wird. Säulen stehen seitlich versetzt, um Platz für den Durchgang zu schaffen, wo früher die Fuhrwerke direkt durchfahren konnten und ihre Waren in der Halle entluden.

An der südwestlichen Ecke des Untermarktes entdecken wir das Rathaus mit der Justitia. Das Rathaus der Stadt Görlitz ist seit etwa 1350 Ort der städtischen Verwaltung, Macht und Gerichtsbarkeit; im Jahr 1369 ist es durch eine Urkunde des Görlitzer Rats erstmals als Rathaus belegt. Seine prachtvolle Innenausstattung geht in die Renaissancezeit zurück. Der Rathausturm wurde Anfang des 16. Jahrhunderts aufgestockt, 1524 bekam er eine Uhr mit zwei Zifferblättern, die 1584 von Bartholomäus Scultetus zu einer zwölfstündigen umgebaut wurde. Ebenfalls verband dieser die normale Tageszeituhr mit der darüber befindlichen Mondphasenuhr. Wendel Roskopf der Ältere brachte zwischen 1537 und 1538 die noch heute bestehende Verkündungskanzel neben der Rathaustreppe an. 1591 wurde diese mit dem Standbild der Justitia ergänzt als Zeichen der hohen Gerichtsbarkeit des Rates.

Der Innenhof lässt uns an frühere Zeiten erinnern, wird er doch so erhalten. Er dient nicht zuletzt für Filmemacher, die mittelalterliche Kulissen benötigen.

Wir treffen ein Zimmermannspaar aus Hamburg, das auf Wanderschaft ist.

Das Mittagessen findet um 13 Uhr im urigen Patrizierhaus St. Jonathan statt. Danach geht es über den Obermarkt zurück zum Bus beim Kaisertrutz, vorbei am Reichenbacher Turm, der ein erhalten gebliebener Teil der westlichen Stadtbefestigung von Görlitz ist. Er ist mit 51 m der höchste der drei erhaltenen Wach- und Wehrtürme der Stadt (die anderen beiden sind der Nikolaiturm und der Dicke Turm). Lediglich der Rathausturm überragt ihn mit einer Höhe von 63 m.

Um 14 Uhr geht es weiter Richtung Bautzen.

15:00 Uhr Ankunft in Bautzen - Führung

Nach schnellem Einchecken im Hotel Best Western Plus werden wir auch schon vom Reiseführer in Empfang genommen und es geht zu Fuß vom Hotel aus zum Kornmarkt mit dem Reichenturm. Der Turm aus dem Jahr 1492 hat eine wechselvolle Geschichte mit Zerstörungen und Bränden hinter sich und stand immer wieder als Ruine da. Der untere Teil war schon ursprünglich massiv, aber der obere Teil aus Holz.

Um weiteren Feuergefahren vorzubeugen, wurde ab 1715 der obere Teil des Turms nunmehr in massiver Bauweise erfolgen. Infolge erhielt der Turm den heute sichtbaren markanten Barockaufsatz. Der Entwurf hierfür entstammt von Johann Christoph von Naumann. Ausgeführt wurde der Ausbau vom Baumeister Johann Christoph Steinert, der 1718 den Bau vollendete.

In den nachfolgenden Jahren nach Fertigstellung des massiven oberen Teils des Turms kamen Bedenken bezüglich der Tragkraft des Turms auf. Daraufhin wurden im Jahr 1747 im Auftrag des Rates der Stadt mehrere Untersuchungen am Turm vorgenommen. Dabei wurde festgestellt, dass die Spitze des Turms mehr als eine halbe Elle in Richtung Reichengasse und Steingasse vom Lot abwich. Nach heutigen Ansichten erwies sich das 80 cm tief begründete Fundament für die späteren massiven Aufbauten als unzureichend. Allerdings hatte man sich bereits bei der Erbauung des massiven oberen Teils des Turms mit dem Untergrund befasst und damals festgestellt, dass der Turm auf festem Felsgestein steht; die zusätzlich errichteten fünf Pfeiler sollten lediglich der zusätzlichen Sicherheit dienen. Erst 1953/54 konnte der Neigungsbewegung durch eine Befestigung des Fundaments Einhalt geboten werden. Noch immer weicht der Turm an seiner Spitze um 1,44 m von der Senkrechten ab. Der Reichenturm wird daher auch als der Schiefe Turm von Bautzen bezeichnet.

Vorbei am Wendischen Turm (Anf. 15. Jh.) und unserem sorbischen Restaurant für den Abend gehen wir  Richtung Hauptmarkt.

Am Ende einer Gasse sieht man den Schülerturm (Anf. 15. Jh.) mit seiner schlanken Spitze. Auch wenn der Turm heute etwas abseits wichtiger Verkehrsstraßen liegt, war er in frühen Jahrhunderten einer der wichtigsten Zugänge zur Stadt. Der frühe Verlauf der alten Hohe Straße (Via Regia) kreuzte die Spree an der Hammermühle, verlief entlang der Gerberstraße und erreichte am Schülertor das geschützte Stadtgebiet, knickte schon nach wenigen hundert Metern von der Schülerstraße in Richtung Osten auf die Wendische Straße ab und verließ durch das Wendische Tor das Stadtgebiet.

Mit seiner bescheidenen Größe von 50 x 65 Metern war und ist der Hauptmarkt dennoch das Herz, der „Festsaal“ der Stadt. Als um 1213 das Rathaus gebaut wurde, muss der heutige Hauptmarkt schon vorhanden gewesen sein und damit ist er einer der ältesten Plätze Bautzens. Der Markt ist ein Raum, in dem man ankommt. So war auch der Hauptmarkt über Jahrhunderte ein Zielpunkt der Handelswege aus Böhmen oder Franken. Ebenso war er Schauplatz des städtischen Markttreibens mit den Jahrmärkten als Höhepunkt. Aber auch Pranger und öffentliche Hinrichtungen am Galgen ließen die Menschen zum Marktplatz strömen. Ein mit einfachem Kreuz gekennzeichneter Pflasterstein verweist auf den ehemaligen Standort des Galgens. Häufig gab es vor dem Rathaus Theateraufführungen. Es sind die Häuser, die um ihn „herum“ stehen, die sozusagen die „Wände des Festsaales“ bilden mit dem Rathaus und dem Gewandhaus als Höhepunkt. Sie alle haben ihre eigene Geschichte und manche haben auch Stadtgeschichte geschrieben.

Die Errichtung des ersten Rathauses fand im Jahr 1213 statt. Auch hier zeugt die Geschichte von zahlreichen Bränden und Zerstörungen bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Zwischen 1729 und 1732 wurde das Rathaus nach den Plänen von Johann Christoph von Naumann umgebaut und erhielt seine heutige Gestalt. Die Umbauten konzentrierten sich auf den Ausbau des oberen Stockwerkes, die Vergrößerung der Fenster und den Anbau des Treppenhauses mit der barocken Doppeltreppe auf der Nordseite. Die Südseite erhielt erst 1863 ihre Pilasterarchitektur.

Als nächstes erreichen wir den Petri-Dom, obersorbisch Katedrala swj. Pětra, aus dem Anfang des 13. Jh. Er zählt zu den wichtigsten Kirchenbauten Sachsens und ist der älteste Kirchenstandort der Oberlausitz. Nach der Reformation wurde der Dom 1524 de facto Simultankirche (römisch-katholisch und evangelisch-lutherisch). Er war damit die erste Simultankirche, eine der größten Deutschlands und eine von drei derartigen Kirchen in Ostdeutschland. Nach langen Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Katholiken schlossen der Bautzener Rat und das Domstift 1543 einen ersten Vertrag, der die Nutzung der Kirche durch beide Konfessionen regelte. Dabei wurde der Chor für den katholischen, das Langhaus für den evangelischen Gottesdienst bestimmt. Die Grenze verlief am Lettnergitter.

Am Turm befindet sich ein außenliegender Aufzug, der vom Türmer zum Heraufziehen seiner Einkäufe benutzt wird. Es wohnt noch immer ein Türmer auf dem Turm.

Der 83 m hohe Domturm kann an einigen Wochenenden als Aussichtsturm bestiegen werden. Nach 238 Stufen erreicht man das Aussichtsgeschoss über der Türmerstube in ca. 53 m Höhe und befindet sich auf dem höchsten für die Öffentlichkeit zugänglichen Punkt der Stadt.

Hinter dem Dom betrachten wir den wunderschön gestalteten Eingangsbereich des katholischen Dompfarramts.

Nach einem Abstecher zur Wasserkunst erreichen wir durch den Matthiasturm hindurch die Ortenburg, ein Gebäude mit ansprechender Fassade. Seitlich befindet sich das sorbische Museum im ehemaligen Salzhaus, in welchem wir in einer Videopräsentation Informationen zu den Sorben erhalten. „Kleines Volk. Reiche Kultur. Beeindruckende Geschichte und lebendige Gegenwart mit bunter, reicher Kultur und wundervollen Bräuchen – dafür stehen die Sorben.“

Wir gehen zurück zum Hotel, um gegen 19 Uhr ein sorbisches Abendessen einzunehmen.

19:00 Uhr Sorbisches Essen im Restaurant Wjelbik

Der Name verrät sorbische Herkunft und heißt "kleines Gewölbe" und "Vorrats- oder Speisekammer". Das Restaurant im historischen Gewölbekeller mit Buntglasfenstern bietet sächsische und Lausitzer Speisen an. Seit 1991 ist das WJELBIK ein sorbischer Familienbetrieb der Familie Mahling und wird seit 2009 durch Tochter Monika als Restaurantleiterin mit ihrem Ehegatten Thomas Lukasch als Küchenchef unterstützt. Wir werden am Eingang von Monika begrüßt nach sorber Art mit Salz und Brot und dann zu unserem Platz geführt.

Das Essen ist hervorragend und danach gibt es einen Kräuterschnaps „Moja Lubka“ (Mein Liebchen). Schließlich machen wir uns auf den Heimweg durch das nächtliche Bautzen.


20.10.2017 (Tag 9) – Rückfahrt nach Karlsruhe

Pünktlich um 9:00 Uhr Abfahrt

Doch halt vom Hotel gibt es für alle noch einen Gebirgskräuterlikör aus der Lausitz zum Abschied.

Nach den üblichen Zwischenhalten in der Raststätte Vogtland und Schwabach und das Überstehen eines einstündigen Staus bei Heilbronn erreichen wir gegen 18:30 Uhr wohlbehalten Karlsruhe. Kurz zuvor bedanken wir uns bei Waldemar, der uns vorbildlich durch die ganze Tour mit seinem Bus gebracht hat. Ein Dank wird auch den tollen Organisatoren, sei es das Reisebüro via-cultus oder auch den Reiseleitern vor Ort Doris Bercher und Heinz Golombeck entgegengebracht. Es war eine zwar anstrengende Fahrt aber mit vielen Facetten und neuen Erfahrungen und Eindrücken.

Jürgen Dehmer im Oktober 2017

10.10.2017 - Fahrt zum Europarat

Der Europarat in Straßburg war das Ziel einer von der Europa-Union Karlsruhe am 10.10.2017 veranstalteten Informationsfahrt. Die an der Reise Teilnehmenden haben dabei Struktur, Aufgaben und Arbeitsweise der ältesten zwischenstaatlichen europäischen Organi-sation kennengelernt sowie mit einem prominenten Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats diskutieren können.

 

Begonnen hat der Tag mit einer Stadtrundfahrt durch Straßburg, die uns insbesondere auch die Straßburger Neustadt nähergebracht hat, welche seit Juli dieses Jahres zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Fachkundige Erläuterungen zu Stadt- und Baugeschichte gab es von Herrn Klaus Gras, der als Gästeführer in Kehl zugestiegen war. Daran schloss sich ein kurzweiliger Rundgang durch die heimeligen Altstadtgassen rund um das Münster an, der uns schließlich in das Restaurant „Le Gruber“ zum Mittagessen führte.

 

Sachlich passend zu unserem Besuch des Europarats begegnete uns auf der Fahrt zum Europapalast eine Kolonne schwarzer Limousinen, eskortiert von zahlreichen Polizeifahrzeugen. Darin befand sich der Präsident der Tschechischen Republik Miloš Zeman, der am Vormittag in einer Rede vor der Parlamentarischen Versammlung die zentrale Aufgabe des Europarates bekräftigt hatte, die Freundschaft zwischen den europäischen Nationen zu stärken. 

 

Aktuelle Politik wurde uns auch in der Debatte der Parlamentarischen Versammlung geboten, die wir von den Zuschauerrängen aus verfolgen konnten. So leitete Frau Stella Kyriakides (Zypern), die nach dem Rücktritt von Herrn Pedro Agramunt (Spanien) am 06.10.2017 zur neuen Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates gewählt worden war und dieses Amt am Tag unseres Besuchs angetreten hatte, ihre erste Sitzung. Danach stand der Generalsekretär des Europarats Herr Thorbjørn Jagland (Norwegen) in einer aktuellen Fragestunde den 318 Mitgliedern der Versammlung und deren jeweiligen Stellvertretern Rede und Antwort.

 

Den Abschluss des Besuchs beim Europarat bildete die Diskussion mit Herrn Axel Fischer MdB, der die 18-köpfige Delegation des Deutschen Bundestages in der Parlamentarischen Versammlung als Leiter anführt. Er erläuterte unter anderem, dass die Mitglieder - im Gegensatz zu den Abgeordneten des Europäischen Parlaments - nicht direkt gewählt, sondern von den nationalen Parlamenten aus ihren eigenen Reihen heraus benannt werden.

 

Mit den vielfältigen Eindrücken des Tages und gut versorgt mit Informations-material über den Europarat haben wir linksrheinisch die Rückreise nach Karlsruhe angetreten, auf der uns nach einem regnerisch-trüben Tag schließlich noch eine goldene Herbstsonne begleitet hat.    

 

Bernhard Gehweiler

07.10.2017 - Wanderung auf dem EUROPARUNDWANDERWEG

Wozu sind die Füße da ... -

 

.... zum Marschieren auf dem EUROPARUNDWANDERWEG in Dobel.

Zur traditionellen Herbstwanderung im Rahmen des Jahresprogramms des  Kreisverbandes Karlsruhe haben sich über 35 Wanderer aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe vor dem Kurhaus in Dobel eingefunden. Bürgermeister Christoph Schaack hatte zum „Sektempfang“ geladen, bevor alle einschließlich BM Schaack und Herrn Peterlik als Dobel-Kenner und Gästeführer auf Wanderschaft gingen. Dabei waren auch Ehrenamtliche der Gemeinde Dobel, die sich um die Instandhaltung der Bänke kümmern.
Durchs „Sonnentor“ in Richtung „Wasserturm“ mit Aufstieg ca. 140 Stufen
auf die Aussichtskanzel – dort hatte man einen grandiosen Ausblick in viele Regionen – begann die Tour. Herr Peterlik führte uns auf weniger begangenen Wegen an interessante Stellen und erklärte eindrucksvoll
Fauna und Flora. Nach gut zwei Std. erreichten wir unser Ziel, das
„Gasthaus Talblick“ in Dobel, wo wir vorzüglich bedient wurden und somit
den Wandertag zufrieden ausklingen ließen. Wir freuen uns schon jetzt auf eine Tour im Jahr 2018.

 

Gerlinde Lorch

26.09.2017 - Dr. Péter Imre Györkös, Botschafter Ungarns in Deutschland, zu Gast in der Reihe Europa-Lounge

Die Europa-Union Karlsruhe hatte zu einem Diskussionsabend eingeladen,
auf dem Dr. Györkös die Position seines Heimatlandes in der Europäischen Union im Gespräch mit ihrem Vorsitzenden Heinz Golombeck, dem früheren Karlsruher Bürgermeister Ullrich Eidenmüller sowie den übrigen Teilnehmern ausführlich erläutern konnte. Musikalisch eingestimmt wurde die Veranstaltung von Peter Lehel (Saxophon) und Ull Möck (Piano) mit ungarischen Werken aus mehreren Jahrhunderten. Während seines Aufenthalts in Karlsruhe besuchte Botschafter Dr. Györkös vormittags Karlsruhes OB Dr. Mentrup und trug
sich ins Goldene Buch der Stadt Karlsruhe ein, danach wurde die Firma BrukerBioSpin in Rheinstetten besucht. Am Nachmittag fand ein Gespräch
in der BNN-Redaktion statt.

Im Zentrum der Diskussion standen, wie nicht anders zu erwarten war, die Haltung der ungarischen Regierung zur Flüchtlingsproblematik und die Dominanz der regierenden FIDESZ-Partei von Ministerpräsident Orban in der Innenpolitik, Grund für die gegenwärtigen Spannungen mit Deutschland. Der Botschafter hat die Position seines Landes mit Nachdruck verteidigt und darauf hingewiesen, dass Ungarn alle EU-Richtlinien eingehalten habe. Die ungarischen Bürger seien mehrheitlich überzeugte Europäer und wollen den Zusammenhalt der EU stärken. Im Übrigen habe Ungarn zusammen mit den anderen Staaten der Visegrád-Gruppe (Polen, Slowakei, Tschechische Republik) seine Infrastruktur stark entwickelt, was dem Handel insbesondere mit Deutschland sehr zugute komme. Das Außenhandelsvolumen aller Visegrád-Länder mit Deutschland sei größer als dasjenige mit dem Spitzenreiter China im deutschen Außenhandel außerhalb der EU.
 

Dr. Wolfgang Zwirner

Brief des ungarischen Botschafters
Ungar. Botschafter 26.09.17.pdf
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14.09.2017 - Fahrt zum Europaparlament

Am 14.09.2017 war es wieder soweit, dass wir zum Europaparlament nach Straßburg, zu Herrn Daniel Caspary, MdEP, fuhren.
Wir besuchten dieses Mal bereits am Morgen das Parlament. Zuerst  waren wir auf der Besuchertrübine. Der Plenarsaal war gut besetzt, da es an diesem Vormittag viele Abstimmungen gab.  Im Anschluss hatten wir noch ein Gespräch mit Herrn Caspary, der leider nur wenig Zeit hatte, denn er musste bei den Abstimmungen anwesend sein. Aber es war noch Zeit für ein Gruppenfoto mit Herrn Caspary vor den
28 Europäischen Fahnen.
Am Nachmittag fand unser Stadtrundgang mit Herrn Dr. Woltersdorff statt. Er führte uns u.a. ins Straßburger Münster, das er uns ausführlich erklärte. Auf dem Weg Richtung Kehl gab es dann auch noch eine Stadtrundfahrt.

Mit vielen Eindrücken von diesem interessanten Tag traten wir unsere Rückfahrt nach Karlsruhe an.

22.07.2017 - Elsass-Fahrt "Saverne und das krumme Elsass"

Unsere diesjährige Elsass-Fahrt führte uns nach Saverne. Mit einer großen Gruppe und bei schönem Wetter starteten wir an der Europahalle und dem Busbahnhof Süd morgens um 8 Uhr. Unser erster Halt war Brumath, dort stieg unser Gästeführer, Herr Dr. Woltersdorff, zu. Mit ihm ging es zu unserer ersten Besichtigung auf den Mont Saint-Michel (Michaelsberg), 437 m hoher Berg in den Vogesen, dort besichtigten wir die Abtei Saint-Jean-Saverne.

Unser nächstes Ziel war Saverne (zu Deutsch Zabern).  Saverne hat als Wappentier ein Einhorn. Bei einem Stadtrundgang kamen wir an das 1790 erbaute Rohan-Schloss, das aus rotem Sandstein gebaut wurde. Das Schloss war Bischofsitz von dem Bistum Straßburg und heute beheimatet es das Stadtmuseum mit einer archäologischen Sammlung, regionalen Kunstwerken aus dem Mittelalter und der Renaissance, sowie von Louise Weiss gestifteten Werken des 20. Jahrhunderts. Der Innenhof vom Europaparlament in Straßburg wurde nach Louise Weiss benannt. Weiter ging es zur Pfarrkirche „Notre-Dame-de-la-Nativité „(ehem. Stiftskirche) mit romanischem Westturm und Langhaus. Auf unserem Rundgang kamen wir an schönen alten Fachwerkhäusern vorbei. Das Mittagessen nahmen wir in einem Lokal beim Schiffshebewerk am Rhein-Marne-Kanal ein.

Bei unserer Weiterfahrt kamen wir auch an dem Ort Dossenheim-sur-Zinsel (deutsch Dossenheim) vorbei, das im Hanauer Land (krummes Elsass) liegt.

Unser nächster Ausstieg war La Petite-Pierre (deutsch Lützelstein) das am Fuße der Nordvogesen liegt. Wir besuchten den Garten der Heiden in der Unterstadt. Weiter ging es zu Fuß in die Oberstadt mit ihrer Burg Lützenstein, von dort hatte man einen herrlichen Ausblick in die Umgebung. Bevor wir uns eine Kaffeepause verdient hatten, besuchten wir noch die Kirche von dem Grafen Burghard von Lützenstein mit ihren schönen Fresken. Dort kam es zu einem spontanen Gesangsauftritt von mitfahrenden Mitgliedern eines Chores.

Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen um uns von den vielen Eindrücken, mit einem kühlen Getränk oder Kaffee zu erholen. Um 17.30 Uhr ging es mit dem Bus wieder nach Karlsruhe zurück.

Es war ein schöner und interessanter Tag - dank Herr Dr. Woltersdorff.

Doris Bercher              .... Bilder ansehen

11.07.2017 - Besuch bei Europ. Gerichtshof für Menschenrechte

Im vollbesetzten Bus mit „Gerhard“ am Steuer fuhr eine motivierte Reisegruppe ohne Hindernisse zunächst nach Kehl, um unseren Strassburg-Kenner und Experten, Herrn Dr. Stefan Woltersdorff, mitzunehmen zur großen Stadtrundfahrt, u.a. das „wilhelminische Viertel“, die Europäischen Einrichtungen mit den in der absolut gesicherten Straße liegenden bescheidenen Wohnhäusern nur für Familien mit Kindern sowie etlichen bedeutenden Bauwerken entlang dem Ufer der Ill. Diese sehenswerte Uferstraße wird im kommenden Jahr zur Fußgängerzone und die Durchfahrt ist gesperrt.  Der Fußmarsch durch die Altstadt führte über einen „Schleichweg“ zum Münster, wo uns Herr Dr. Woltersdorff exklusive Erklärungen zu einzelnen Steinskulpturen über dem Eingang gab. Ende des informativen  Stadtrundgangs war  das Restaurant „Le Gruber“, zum Mittagessen oder Freizeit.

Gegen 14:30 Uhr fanden wir uns dann vor dem EGMR ein. Ein Kurzfilm informierte über die Arbeit, im anschließenden Dialog zwischen einer kompetenten Juristin und unserer Gruppe wurden gestellte Fragen umfangreich beantwortet.

Diese Reise war wieder ein Highlight aus unserem Reiseprogramm, wir bemühen uns im Jahr 2018 um einen weiteren Besuch.

Besten Dank allen Mitreisenden.

 

Doris Bercher/Gerlinde Lorch

08.07.2017 - Fest der Völkerverständigung in Karlsruhe

08. Juli 2017 - Harmonie und Frieden beim „Fest der Völkerverständigung“ in Karlsruhe

08. Juli 2017 - Disharmonie und Unfrieden beim „G 20-Treffen“ in Hamburg


Zwischen beiden Städten liegen ca. 650 km - zwischen den Ereignissen liegen Welten !

 

Bei herrlichem Sonnenschein besuchten viele Bürgerinnen und Bürger dieses multi-kulturelle Fest der zahlreichen Karlsruher Vereine und Organisationen. Neben Köstlichkeiten und Spezialitäten wurde ein vielfältiges musikalisches Programm mit Tänzen und Akrobatik angeboten.
Auch die EUROPA-UNION Deutschland Kreisverband Karlsruhe Stadt und Land e.V. - Vorsitzender Herr Golombeck - war mit einem Infostand anwesend, ausgestattet mit vielen informativen Flyern, Publikationen der EU, Malbüchern für Kinder, Broschüren für Schulen, Flyern von europe direct Karlsruhe (Informationszentrum für Bürger und Bürgerinnen) usw.

Enorm viele Fragen wurden gestellt, nach bestem Wissen und Gewissen wurden diese durch unsere anwesenden Mitglieder beantwortet.  Dafür danken wir all denjenigen, die nahezu den ganzen Tag für Gespräche bereit waren. 

Ebenso gebührt ein Dank dem Auf- und  Abbau-Team sowie dem Hol- und Bringdienst. 

 

Gerlinde Lorch

06.07.17 - Die Europäische Säule - Vortrag mit Fr. Dr. Gebhardt

Die Europäische Säule sozialer Rechte - Auf dem Weg zu einer sozialeren EU?

Vortragsveranstaltung mit der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Frau Evelyne Gebhardt MdEP im Regierungspräsidium                Karlsruhe

 

Auf Einladung des Regierungspräsidiums Karlsruhe und des Bürger-informationszentrums Europe Direct Karlsruhe ist Frau Evelyne Gebhardt, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Landesvorsitzende der Europa-Union Baden-Württemberg, am 6. Juli 2017 zu einem Vortrags- und Diskussionsabend in das Regierungspräsidium Karlsruhe am Rondellplatz gekommen. Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer - unter ihnen Herr Golombeck und weitere Vorstandsmitglieder der Europa-Union Karlsruhe -,
die sich trotz der großen sommerlichen Hitze auf den Weg zu der Veranstaltung gemacht hatten, erlebten einen informativen und engagierten Vortrag von Frau Gebhardt, an den sich eine ebenso lebhafte Diskussion angeschlossen hat.

 

Zu Beginn erläuterte Frau Gebhardt, was sich hinter dem bürokratisch klingenden Titel „Die Europäische Säule sozialer Rechte“ im Einzelnen verbirgt. Es handelt sich um einen von der EU-Kommission vorgelegten Katalog von 20 zentralen Grundsätzen und Rechten, die der Unterstützung der Arbeitsmärkte und Sozialsysteme dienen sollen. Die „Säule“, die vorrangig für das Euro-Währungsgebiet konzipiert ist, umfasst die drei Hauptkategorien Chancengleichheit und Arbeitsmarktzugang, faire Arbeitsbedingungen sowie Sozialschutz und soziale Inklusion. Mit der neuen Ausrichtung der EU-Sozialpolitik sollen vor allem Ängste der EU-Bürger aufgegriffen und soziale Ungleichheiten abgebaut werden. Da die Europäische Union auf dem Gebiet der Sozialpolitik keine ausschließliche Regelungszuständigkeit besitzt, liegt die Verwirklichung der in der europäischen Säule sozialer Rechte fest-geschriebenen Grundsätze und Rechte allerdings zunächst in der gemeinsamen Verantwortung von Mitgliedstaaten, EU-Institutionen, Sozialpartnern und sonstigen gesellschaftlichen Akteuren.

 

Frau Gebhardt hat bei ihrem Vortrag mehrfach betont, wie notwendig und wichtig dem Europäischen Parlament insgesamt aber auch ihr persönlich die Entwicklung der sozialen Dimension in der Europäischen Union erscheint. Diese betrifft die Lebens- und Arbeitsbedingungen einer jeden Unionsbürgerin und eines jeden Unionsbürgers und beeinflusst damit im Gegenzug auch, wie die Menschen „Europa“ in ihrem privaten und beruflichen Alltag wahrnehmen und wertschätzen. Nach ihrem Verständnis könne es nicht sein, dass „Europa“ allein als großer Wirtschaftsraum für Waren, Dienstleistungen und Kapital funktioniere; ebenso wichtig sei es, sich für eine  Angleichung der Sozialsysteme der Mitgliedstaaten einzusetzen, welche jedoch nicht zu einer Nivellierung auf niedrigem Niveau führen dürfe.

 

In der Diskussion mit Frau Gebhardt kamen u.a. zahlreiche Einzelfragen mit europäischem bzw. grenzüberschreitendem deutsch-französischen Bezug zur Sprache, wie etwa ärztliche Behandlung, Kauf von Medikamenten oder Reichweite des Versicherungsschutzes im Aus- bzw. Nachbarland. Gerade an diesen Fragen aus dem Alltag wurde klar, was dank europäischer Regelungen an Harmonisierung bereits erreicht wurde bzw. wo noch Handlungsbedarf besteht.

 

Im Anschluss an die Vortragsveranstaltung hat Frau Gebhardt im Foyer des Regierungspräsidiums am Rondellplatz eine Ausstellung eröffnet, die Archivdokumente und Illustrationen zur Unterzeichnung der Römischen Verträge im Jahr 1957 zeigt und damit an das 60-jährige Jubiläum dieses weitreichenden Ereignisses erinnert.

 

Bernhard Gehweiler

Frankreich nach der Wahl - wohin steuert unser Nachbarland?

Robert Walter und Michael Theurer analysieren die Wahlergebnisse in Frankreich und deren Auswirkung auf Europa in der Hemingway-Lounge

 

Am 12. Juni 2017, dem Tag nach der ersten Runde der Wahl zur franzö-sischen Nationalversammlung, haben Robert Walter, langjähriger Leiter des Centre Culturel Karlsruhe, und Michael Theurer MdEP diesen Urnengang sowie die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten der Republik näher beleuchtet und eine erste Bewertung im Hinblick auf Europa vorgenommen.

Mit Robert Walter als französischem Beamten im Auslandsdienst und vormaligem Leiter des Centre Culturel Karlsruhe mit Wohnsitz in Straßburg war ein Beobachter der politischen Landschaft in Frankreich nach Karlsruhe gekommen, der im angeregten Austausch mit Michael Theurer viele aktuelle Informationen vermitteln konnte. So hat er eindringlich geschildert, wie Emmanuel Macron das parteipolitische Gefüge in einem Maße beeinflusst bzw. - angesichts der Wahlergebnisse der ersten Runde der Parlaments-wahlen - die anderen politischen Parteien an den Rand gedrängt hat, wie es vor ihm kein Politiker der Fünften Republik getan hat. So könnte seine Bewegung „La République en Marche“ nach dem zweiten Wahlgang am 18. Juni zwischen 400 bis 455 Abgeordnetensitze von insgesamt 577 Sitzen erringen.

 

Dieses Ergebnis sowie sein eigenes Wahlergebnis aus dem Wahlduell mit Marine Le Pen, das er mit rund 66 Prozent der Stimmen klar gewonnen hat, beinhalten natürlich eine große Verantwortung und Verpflichtung, die Reformen in Wirtschaft und Gesellschaft in Angriff zu nehmen, die schon seit Jahren überfällig sind. Ob er trotz seiner absoluten Parlamentsmehrheit seine Landsleute dafür gewinnen kann, bleibt abzuwarten, denn entsprechende Reformvorhaben aus der Vergangenheit sind oft genug auf der Straße am Widerstand der Franzosen gescheitert.

 

Im Gegensatz zu Le Pen vertritt Macron klar europäische Positionen und hat mit seinem Sieg die Europäische Union möglicherweise vor dem Zerfall gerettet. Wichtig ist ihm dabei das Zusammenwirken mit Deutschland. So hat ihn seine erste Auslandsreise denn auch zu Bundeskanzlerin Merkel geführt. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz betonten beide vor diesem Hintergrund, sie seien sich ihrer Verantwortung in einem der kritischsten Momente der Europäischen Union bewusst.

 

Letzten Endes werden die nächsten Monate und Jahre zeigen, ob Macron die in ihn  gesetzten (riesen-)großen Erwartungen erfüllen kann und ob er und seine Bewegung Frankreich zu einer wahren Erneuerung führen können.

 

Den Abschluss des Abends bildeten einige Musikstücke, die von drei jungen Studentinnen der Musikhochschule meisterhaft dargeboten wurden.

Bernhard Gehweiler

08.06.2017 - Fahrt zum Europazentrum Bad Kissingen

Sonne, Salz und die Seele Europas

 

Die Stadt Bad Kissingen im Regierungs-bezirk Unterfranken war das Ziel einer Fahrt der Europa-Union Karlsruhe, zu der diese ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt hatte. Zum Gelingen der Fahrt trugen nicht nur die interessanten Besichtigungspunkte bei; auch der Wettergott leistete einen wichtigen Beitrag dadurch, dass er über den Teilnehmerinnen und Teilnehmern während des ganzen Tages den sprichwörtlichen weiß-blauen bayerischen Himmel ausgebreitet hatte.

 

Nach einer entspannten Anreise über die Autobahn, an Heilbronn und Würzburg vorbei, haben wir zunächst das Europazentrum der Europa-Union Kreisverband Bad Kissingen e.V. im Stadtteil Hausen angesteuert, wo wir vom deren Vorsitzenden Dr. Michael Peter und dem Vorstandsmitglied Frau Franziska Waltenberger begrüßt wurden. Sehr lebhaft schilderte Herr Dr. Peter, Gymnasiallehrer im Ruhestand und von seinen (ehemaligen) Schülern liebevoll „dope“ (dope = Stoff, Rauschgift bzw. berauschend, super) genannt, die Entstehung des Europazentrums. Aus einem ehemaligen Schul- und Lehrerhaus sei in den Jahren 2008/2009 ein Domizil für die Begegnung von an Europa interessierten und sich für Europa engagierenden Menschen entstanden mit Konferenzraum, Bibliothek, Büro und Küche sowie Archiv für die umfangreiche Informationssammlung zu Ländern, Menschen und Kulturen. Da die kulturelle Vielfalt die Seele Europas ausmache, könne man - vor allem junge Menschen - für die europäische Idee nur gewinnen und begeistern, wenn man gerade ihnen den Zugang zu den Kulturen Europas frühzeitig eröffne.

 

Leider viel zu schnell ging unser Besuch im Europazentrum Bad Kissingen zu Ende, denn mancher Raum im Haus wäre noch einer vertieften Erkundung wert gewesen. Doch da unsere Tische im Ratskeller des Rathauses für das Mittagessen reserviert waren, galt es, dort nicht allzu verspätet zu erscheinen. Nicht nur das Mittagessen selbst war ein Genuss, sondern auch das historische Ambiente des Ratskellers, der sich im ehemaligen Lochner-Heußleinschen Schloss befindet, in dem bereits Fürst Otto von Bismarck ein gern gesehener Gast war.

 

Der sich anschließende Stadtspaziergang mit Herrn Dr. Peter und Frau Waltenberger vermittelte uns einen nachhaltigen Eindruck von der Bedeutung des bayerischen Staatsbads sowie vom Ensemble historischer Kurbauten, die um den Kurgarten im bayerischen Klassizismus errichtet wurden. An der Schiffsanlegestelle beim Rosengarten haben wir uns dann an Bord des historischen Bootes „Kissingen“ (Baujahr 1923) begeben, welches uns saaleaufwärts zu den Sehenswürdigkeiten an der unteren Saline gebracht hat: restaurierte historische Pumpanlagen, „Runder Brunnen“, Gradierbau und alte Saline.

 

Vor der Schlussetappe nach Karlsruhe konnten sich die vielfältigen Eindrücke dieses Tages im „Forsthaus Klaushof“ bei Kaffee und Kuchen noch etwas setzen. Das bekannte Ausflugslokal ist selbst Teil der Geschichte Bad Kissingens, denn die Stadt hat das Forsthaus im Jahr 1889 erstmals als Ausflugslokal verpachtet.

 

Bei einem letzten Blick zurück auf Bad Kissingen kam bei manchem Reiseteilnehmer der Wunsch auf, wieder und wieder in diesen wunderschönen Kurort zurückzukehren – so wie es der erste Kanzler des Deutschen Reiches getan hatte, der zwischen 1874 und 1893 fünfzehn Mal hier zur Kur weilte.

Bernhard Gehweiler

Brian Hayes MdEP in der Hemingway Lounge in Karlsruhe

Zahlreiche Mitglieder der Europa-Union Karlsruhe erleben kurzweiligen Abend

 

Am 17. Mai 2017 wurde die Hemingway Lounge in Karlsruhe ein weiteres Mal zur „Europa-Lounge“; nach Estland war Irland nächster Gast in dieser Reihe. In Person war die grüne Insel, die seit dem 1. Januar 1973 Mitglied der Europäischen Union ist, durch Minister a. D. und Mitglied des Europäischen Parlaments Brian Hayes vertreten.

 

Mit Brian Hayes war ein erfahrener Politiker in die Lounge gekommen, der 2014 in das Europäische Parlament gewählt wurde, wo er Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei ist. Schwerpunktmäßig widmet er sich dort Fragen von Wirtschaft und Währung.

Auf nationaler Ebene in Irland war er zuvor von 1997 bis 2014 in verschiedenen Funktionen in Parlament und Regierung tätig gewesen.

 

Zwischen dem Gastgeber Ullrich Eidenmüller, Brian Hayes und dem ebenfalls anwesenden Europaabgeordneten Michael Theurer entwickelte sich rasch ein ebenso informatives und interessantes wie lebhaftes und kurzweiliges Gespräch zu aktuellen europapolitischen Themen.

 

Breiten Raum in der Gesprächsrunde nahmen die zahlreichen Fragen und Probleme ein, die sich im Zusammenhang mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ergeben werden bzw. können. Besonders spürbar wird dies im Verhältnis zwischen Irland und seinem nördlichen Nachbarn Nordirland sein, da zwischen diesen beiden Ländern eine EU-Außengrenze entstehen wird. Der aktuell bedeutsame grenzüberschreitende Austausch auf vielen Gebieten von Wirtschaft und Gesellschaft sowie im persönlichen Bereich wird sicher schwer darunter leiden. Man stelle sich nur vor, zwischen Baden und dem Elsass entstünde eine solche EU-Außengrenze!

 

Die Runde war sich einig, dass sich politische Bestrebungen hin zu größerer Eigenständigkeit in Nordirland, aber auch in Schottland - in beiden Landesteilen hatte sich jeweils eine Mehrheit der Bevölkerung für einen Verbleib in der Europäischen Union ausgesprochen - bezüglich ihrer Erfolgsaussichten nur schwerlich abschätzen lassen.

 

Den Schlussakkord nach der bisweilen „schweren“ politischen Kost setzte Sean Tracy, der einige Lieder aus seiner irischen Heimat vorgetragen hat und damit bei den Zuhörerinnen und Zuhörern beste Irish-Pub-Stimmung aufkommen ließ. Ein gelungener deutsch-irisch-europäischer Abend ging damit beschwingt und harmonisch zu Ende.

 

Bernhard Gehweiler

Bilderreise am 11.Mai 2017

Warum denn in die Ferne schweifen – das zauberhafte Elsass liegt so nah !

 

Bernhard Wagner, Publizist, Journalist und Elsass-Kenner comme il faut begleitete uns von Lauterbourg nach Sessenheim, den Ort, an welchem Johann Wolfgang von Goethe mit seiner großen Liebe Friedericke eine glückliche Zeit verbrachte. Beeindruckend ist das Goethe-Museum, ebenso der Goethehügel, gelegen in herrlicher Naturlandschaft. Die Fahrt geht nun durch den fünftgrößten Wald Frankreichs - Foret de Haguenau – nach Betschdorf mit dem berühmten Töpfermuseum und dann nach Haguenau. Dort bestaunen wir die beeindruckende Hopfenhalle und das weltweit einzigartige Gepäckstücke-Museum (unbedingt sehenswert). Der weitere Weg führt nach Bischwiller (früher Modeindustrie), nach Brumath zum Archäologischen Museum und Kochersberg, der Kornkammer im Elsass und Heimat der original elsässischen Flammkuchen. Die Reise geht weiter nach Marmutier, um die wunderbare Klangkunstorgel im ehemaligen europäischen Orgelzentrum zu bewundern, bevor wir uns nach Saverne, der Hauptstadt des „Krummen Elsass“, begeben. Das „Krumme Elsass“  hat seinen Namen durch die hügelige Landschaft und grenzt an die „Vosges du Nord“. Saverne wird auch die Rosenstadt oder das elsässische Versailles genannt. Ebenfalls in Saverne sind wir vom zweitgrößten Rosengarten von Frankreich fasziniert sowie einer ganz besonderen Höhlenkirche.  Eine Gourmet-Adresse: Rue des Fréres, S´zaverner Stuebel. In Graufthal  (westlich) staunen wir über die sogenannten „Felsenhäuser“ und in Berg über die „Kirche auf dem Berg“. Sehenswert ist auch in La Petite Pierre das Ziegel- und Springerle-Museum und in Wingen sur Moder das „Museé LALIQUE“. Zurück führt uns der Weg über Niederbronn nach Woerth an der Sauer/Elsass mit dem bekannten Schlossturm, das Wahrzeichen der Schlacht vom 06. August 1870.

Es gibt noch viele interessante Stationen und Sehenswürdigkeiten, die wir gern auf einer anderen Reise besuchen werden.

Luxemburg - 24.-28.04.2017

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Auftaktveranstaltung „Was ist Europa heute?“ 

... mit den MdEP‘s Michael Theurer aus Baden-Württemberg und Kaja Kallas aus Estland

 „Was ist Europa heute? Was hält die verbleibenden 27 Länder der EU (noch) zusammen?“. Unter diesem Motto lud die ALDE-Fraktion ( Alliance of Liberals and Democrats for Europe) am Dienstagabend, 04.04.17, zur Auftaktveranstaltung ihrer neuen Veranstaltungsreihe in die gut besuchte Hemingway Lounge ein. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, prominente Vertreter aus den einzelnen EU-Ländern über "die Seele ihres Landes" zu befragen. Die Moderation übernahm Bürgermeister a.D. Ullrich Eidenmüller. Als Gesprächspartner waren der Europaabgeordnete Michael Theurer und die Europaabgeordnete Kaja Kallas aus Estland geladen. Beide sprachen sich für ein starkes und integriertes Europa aus, das Krisen gemeinsam meistern müsse. Sie betonten aber gleichzeitig, alle EU-Partner müssten sich an bestehende Gesetze und Regeln halten, sonst könne Europa als Gemeinschaft nicht funktionieren. Frau Kallas wies dabei auch noch auf den hohen digitalen Standard ihres Landes hin. Insbesondere die NATO stelle ein wichtiger Bündnispartner für Estland dar und ihr Land stehe entschlossen hinter der europäischen Idee. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Ensemble estnischer Studierender der Musikhochschule Karlsruhe.

Fahrt zum Europaparlament 04.04.17

Am 04.04.2017 war es wieder soweit, dass wir zum Europaparlament nach Straßburg fuhren, wo wir von Herrn Michael Theurer, MdEP, erwartet wurden. An diesem Tag hielt unser neuer Bundespräsident, Herr Frank-Walter Steinmeier, vor vollbesetztem Plenum seine eindrucksvolle Antrittsrede im Europäischen Parlament  – und wir hatten das große Glück, dass wir dieses Ereignis von der Besuchertribüne aus verfolgen konnten. Im Anschluss hatten wir noch ein Gespräch mit Herrn Theurer, der uns wieder viele Fragen beantwortete und sich danach mit uns zum Gruppenfoto vor den 28 Europäischen Fahnen stellte. Nach dem Besuch im Europaparlament machten wir uns bei schönem Wetter mit Herrn Dr. Woltersdorff einen Stadtrundgang durch Straßburg.

Mit vielen Eindrücken von diesem interessanten Tag traten wir unsere Rückfahrt nach Karlsruhe an.

Europa-Union Karlsruhe beim Bürgerforum „Mitreden über Europa“

Am Freitagabend, 31.03.2017, haben Heinz Golombeck und Doris Bercher als Vertreter der Europa-Union Karlsruhe mit einem Infostand beim Bürgerforum „Mitreden über Europa“ gemeinsam mit Julian Schahl, dem neuen Vorsitzenden der Jungen Europäer (JEF) in Karlsruhe, teilgenommen. Die Veranstaltung im Bürgersaal des Rathauses wurde vom deutschen Informationsbüro des EP organisiert. Sie war mit ca. 200 Teilnehmern sehr gut besucht. Begrüßt wurden die Besucher von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Die Moderation übernahm Sarah Renner vom SWR Studio Karlsruhe. Das Forum war als offene Fragerunde aus dem Plenum ausgerichtet. Auf dem Podium standen die beiden Europaabgeordneten Daniel Caspary (CDU) und Peter Simon (SPD) Rede und Antwort. Von „Europaträgheit“ war hinsichtlich des großen Interesses und der großen Bandbreite an europäischen Themengebieten glücklicherweise nichts zu spüren. Wobei einige Punkte, wie z. Bsp. Flüchtlingskrise, Brexit, „Brüsseler Bürokratie“, Zukunft Europas oder zunehmende nationalistische Tendenzen, durchaus kontrovers diskutiert wurden.

Europa ist und bleibt ein Erfolgsmodell

 

Heinz Golombeck, Vorsitzender des Kreisverbandes Karlsruhe der  Europa-Union Deutschland, würdigt 60 Jahre Römische Verträge

 

Vor 60 Jahren, am 25. März 1957, unterzeichneten die Regierungen der sechs Gründerstaaten Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg die Römischen Verträge. Aus diesem Grunde würdigte Heinz Golombeck, der Vorsitzende der  Europa-Union Deutschland (EUD), Kreisverband Karlsruhe Stadt und Land e. V., die Verträge, die oft auch als die "Geburtsurkunde" der Europäischen Union bezeichnet werden.

 

„Die Römischen Verträge bilden die Grundlage für ein einzigartiges europäisches Gemeinschaftsprojekt – ein Projekt des Friedens, der Freiheit und des Wohlstands“, hob Golombeck hervor. „Sie haben einen Schlussstrich gezogen unter die bitteren, oft gewaltsamen Auseinandersetzungen, die die Völker Europas viele Jahrhunderte lang getrennt haben. Von nun an konnte an einer gemeinsamen, besseren Zukunft für alle Menschen in Europa gearbeitet werden. Dieses herausfordernde Projekt hat bis zum heutigen Tage nicht nur gehalten, vielmehr sind im Laufe der Jahre stetig neue Partner und weitere Felder der Zusammenarbeit hinzugekommen. Dieser dynamische Prozess hält weiter an. Kurz gesagt: „Europa war und ist ein beispielloses Erfolgsmodell.“

 

Der Vertrag von Rom zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wurde am 25. März 1957 unterzeichnet und trat am 1. Januar 1958 in Kraft. Zur gleichen Zeit wurde der Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomenergiegemeinschaft (Euratom) unterzeichnet, weshalb beide Verträge gemein-sam als die "Verträge von Rom" bzw. als die "Römischen Verträge" bezeichnet werden. Sie beendeten die Jahrhunderte alte Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland  und markierten den Beginn der politischen Integration Europas. Die Verträge setzen die Politik einer engeren Zusammenarbeit fort, die mit der Errichtung der  Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahr 1952 begonnen wurde. Auch heute noch bilden sie die Basis der Europäischen Union.

 

Heinz Golombeck weist darauf hin, dass Deutschland von Beginn an zu den Grundpfeilern und Motoren der europäischen Integration gehört hat. So war es Konrad Adenauer, der bei seiner letzten Auslandsrede in Madrid ausgerufen hat: „Europa muss geschaffen werden!“. Für den Vorsitzenden der Europa-Union im Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist dieser Satz unverändert als Auftrag an die Europäer und ihre Politiker zu verstehen, der inzwischen auch rechtlichen Niederschlag in der Präambel zum „Vertrag über die Europäische Union (Konsolidierte Fassung)“ gefunden hat. Diese spricht davon, den Prozess der Schaffung einer immer engeren Union der Völker Europas weiterzuführen.

 

Auch ganz persönlich fühlt sich Heinz Golombeck dem Auftrag verpflichtet, am Haus Europa mitzubauen. „Deswegen lag es für mich nahe, während meiner Zeit als Mitglied des Deutschen Bundestages im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union mitzuarbeiten. Hier konnte ich meine europapolitischen Vorstellungen einbringen und in konkrete Entscheidungen umsetzen. Genauso wichtig ist für mich jedoch auch die Arbeit an der Basis im und mit dem Kreisverband Karlsruhe der Europa-Union Deutschland“, sagte der Kreisvorsitzende weiter. „Hier haben wir bei Bildungsfahrten, Fachvorträgen und sonstigen Veranstaltungen Gelegenheit europäische Idee und Wirklichkeit an die Bürgerinnen und Bürger heran zu tragen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen.“

 

Trotz aller Hindernisse, Schwierigkeiten und Krisen innerhalb und außerhalb Europas ist Heinz Golombeck optimistisch: „Menschenrechte, Toleranz und gegenseitige Achtung, Demokratie, Rechtstaat und soziale Sicherheit sind unverbrüchliche Werte, denen sich die Völker Europas verpflichtet fühlen. Diese Werte machen die Attraktivität des Modells „Europa“ aus, für das die Menschen heute wieder auf die Strasse gehen und Flagge, nämlich die Flagge Europas, zeigen“. Ich rufe daher alle Menschen auf: „engagieren Sie sich, ein jeder an seiner Stelle, damit Europa auch in Zukunft unser aller Erfolgsmodell bleibt!“

Landesversammlungen der Europa-Union und der Jungen Europäer – JEF Baden-Württemberg am 18. und 19. März 2017 in Nürtingen

Kreisverband Karlsruhe unterstützt den Leitantrag des Landesvorstands für ein besseres Europa

 

Die „Europa-Union Deutschland (EUD), Landesverband Baden-Württemberg e. V.“ und die „Junge Europäer – JEF Baden-Württemberg e.V. (Junge Europäische Föderalisten)“ haben am 18. und 19. März 2017 in Nürtingen ihre Landes-versammlungen abgehalten, die unter dem Motto „Welches Europa wollen wir?“ standen. Der Kreisverband Karlsruhe war mit unserem Kreisvorsitzenden Herrn Golombeck sowie weiteren, am 21. Februar 2017 in der Kreisversammlung gewählten, Delegierten vertreten.  

 

Zwei Tage lang wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über die Frage „Welches Europa wollen wir?“ in Workshops und Plenarsitzungen intensiv und lebhaft diskutiert. Im Mittelpunkt der Beratungen stand dabei der gemeinsame Leitantrag des Landesvorstandes der Europa-Union und der Jungen Europäer „Jetzt die Weichen für unsere Zukunft in Europa stellen“, der von der Landesversammlung einstimmig beschlossen wurde.

 

Den Höhepunkt der Landesversammlungen der beiden Europaverbände bildete der traditionelle Festakt, für den Herr Guido Wolf MdL, Minister der Justiz und für Europa des Landes Baden-Württemberg, als Festredner gewonnen werden konnte. In seinem Vortrag betonte Herr Minister Wolf mit Nachdruck die Notwendigkeit eines gemeinsamen Europas.

 

Der Landesvorstand und die Delegierten sehen die Europäische Union vor zahlreichen Herausforderungen, nicht zuletzt deswegen, weil antieuropäische Strömungen in zahlreichen europäischen Ländern an Stärke gewonnen hätten. Viele Bürgerinnen und Bürger seien angesichts der Probleme in Europa und der lauten Rufe nach einer Rückkehr zu starken Nationalstaaten verunsichert. Es erscheine unumgänglich, dass nunmehr Reformen angegangen werden müssten, damit unsere Generation der nachfolgenden Generation ein besseres Europa überlassen könne. Damit sei es an der Zeit, die richtigen Weichenstellungen für Europa einzuleiten. Hierzu laden die Europa-Union und die Jungen Europäer – JEF alle Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs ein, gemeinsam über eine gute Zukunft in Europa zu diskutieren. Europa solle erlebbarer gemacht und besser organisiert werden, ihm sollten die richtigen Aufgaben zugeordnet werden.

 

Die Landesversammlung als das oberste Organ des Landesverbandes hatte sich mit insgesamt 22 Tagesordnungspunkten zu befassen. Unter anderem legten die Landesvorsitzende Frau Evelyne Gebhardt MdEP, die Landesgeschäftsführerin Frau Bettina Kümmerle, der Landesvorsitzende der Junge Europäer – JEF Herr Markus Schildknecht und der Landesschatzmeister Herr Bernhard Freisler ihre Berichte vor.

 

Daneben standen auch die turnusgemäßen Wahlen zu den Vorstandsämtern an. An die Spitze des Verbandes wurde Frau Gebhardt, die die Europa-Union in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2013 führt, für zwei weitere Jahre gewählt.

 

Die Landesversammlung war ausgezeichnet organisiert. Mit der Stadthalle K3N stand uns eine moderne Tagungsstätte zur Verfügung, in deren unmittelbarer Nähe auch das für die Übernachtung vorgesehene Hotel gelegen war.

08.03.2017 Fahrt zum Landtag

Ziel unserer ersten Fahrt in diesem Jahr war der Landtag in Stuttgart. 

Nach Ankunft wurden wir gleich in den Plenarsaal geführt und konnten eine Stunde die interessanten, teils lautstarken  Debatten zu den Themen  "Türkischer Wahlkampf trifft auf deutschen Rechtsstaat“ und  „Fahrverbote durch Feinstaub: Grün-schwarze Panikpolitik zum Schaden der Dieselfahrzeughalter und der baden-württembergischen Automobilindustrie“ verfolgen.

Im Anschluss hatten wir informative Gespräche mit Frau Lisbach, Fraktions-
vorsitzende der Grünen  im Landtag, unserem Mitglied Herrn Kößler (CDU), europapolitischer Sprecher im Landtag, und Herrn Dr. Fulst-Blei (SPD), Abgeordneter von Mannheim.

Nach dem Mittagessen besuchten wir den Fernsehturm, im „Leonhardt-Café“ vergnügten wir uns noch bei Kaffee und Kuchen und fuhren dann bei hohem Verkehrsaufkommen und Regenwetter zurück nach Karlsruhe.